kirche-gettorf
  • Sorgentelefon: 04346/93 88 92
  • Aufgrund der Allgemeinverfügung
    des Kreises Rendsburg-Eckernförde über das Verbot
    von öffentlichen Veranstaltungen
    an Hochschulen, an staatlichen
     
    Theatern und Opernhäusern sowie Veranstaltungen von Religionen und Weltanschauungen
    nach § 28 Infektionsschutzgesetz“
     

     

    sind alle Veranstaltungen und Gottesdienste der Kirchengemeinde Gettorf
    bis auf Weiteres ABGESAGT!

    Hierzu das offizielle Dokument: 200313_-_AV_Verboet_oeffentliche_Veranstaltungen_Hochschule_Theater_Reigio…

  • Nähere Informationen zu unseren Konzerten in der KONZERTKIRCHE finden Sie unter:
    www.konzertkirche-gettorf.de

  • Gottes Wort für jeden Tag – Archiv


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 31.03.2020

    Foto: F. Boysen – Pfadfinder sammlen Lebensmittel für die Gettorfer Tafel

    „In der Krise zeigt sich der Charakter“

    … hat Helmut Schmidt gesagt. An diesen Ausspruch wird in diesen Tagen häufig erinnert. Und es ist ja wahr: So richtig lernen wir Menschen erst richtig kennen, wenn wir sie in einer Belastungssituation erleben. Wenn alles so vor sich hin plätschert, sind alle irgendwie mehr oder weniger nett. Aber wenn der Pegel steigt, wenn der Druck zunimmt, wenn die Einschläge näher kommen, wenn die Krise sich zuspitzt – dann kennen wir manchmal unsere besten Freunde nicht wieder.

    Es gibt beides. Eine Supermarktkassiererin berichtet: „Die Leute, die vorher nett waren, sind jetzt besonders nett. Und die vorher unfreundlich waren, sind es jetzt noch mehr.“ Aber es gibt auch die Beobachtung, dass Menschen sich ganz verändern. Also: Vorher freundlich, jetzt dünnhäutig. Vorher gelassen, jetzt gereizt. Vorher humorvoll, jetzt völlig spaßbefreit.

    Unsere jungen Pfadfinder erleben das, wenn sie Lebensmittel für die „Gettorfer Tafel“ sammeln. Da sind ganz viele, die positiv und besonders freundlich sind. „Gute Sache, toller Einsatz.“ Aber da sind auch diejenigen, denen man schon beim Reinkommen ansieht, dass sie angespannt sind. „Zu geringe Abstände!“, „jetzt sollen wir auch noch für die Asylanten spenden“ – das sind dann so die Kommentare, die dann kommen.

    Die Krise verändert unseren Umgang miteinander. Das ist manchmal ernüchternd, im Großen und Ganzen aber auch ganz aufschlussreich. Es gibt Menschen, die haben jetzt Angst und reagieren verkrampft. Aber es gibt auch Menschen, die gehen mit den Veränderungen und ihren Sorgen produktiv um und nehmen die Menschen in ihrer Umgebung noch einmal mit neuen Augen wahr. So steckt in jeder Krise eine Chance…

    Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und Besonnenheit. 2. Tim 1,7

    Pastor Frank Boysen


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 30.03.2020

    Foto: D. Schulz – aus „DIE ZEIT“

    „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“
    (Matthäus 5, 7)

    Was für traurige Nachrichten in diesen Tagen! Ich lese in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ (Ausgabe vom 26.3.2020) die Namen von 30 katholischen Priestern. Sie sind in Norditalien am Coronavirus gestorben, weil sie trotz Lebensgefahr bei den Infizierten blieben: Sie haben bei Sterbenden im Krankenhaus den Kontakt zu den Angehörigen draußen gehalten; sie haben sich auf der Straße weiter um die Obdachlosen gekümmert. Oder sie haben Essen gebracht zu Armen und Kranken, die zu Hause auf Hilfe angewiesen waren. Der älteste der gestorbenen Priester war 104 – der jüngste 45 Jahre alt, so steht es in dem Artikel. Ich denke beim Lesen an das Wort Jesu aus der Bergpredigt: „Selig sind die Barmherzigen…“

    In der „TAGESSCHAU“ die Bilder von den Ärztinnen und Pflegern in den völlig überlasteten Kliniken: Sie wollen Leben retten – und sie können es nicht schaffen! Und keiner kann wissen, was noch kommen wird.

    Am gestrigen Sonntag bei uns in der St. Jürgen-Kirche: Wir dürfen keinen Gottesdienst feiern, aber die Glocken läuten. Eine sehr kleine Gruppe von Menschen – weit auseinander. Wir zünden die Osterkerze an, singen ein Gesangbuchlied, lesen einen Bibeltext und beten. Auch das Gebet, das jemand auf leuchtend gelbes Papier kopiert hat, damit es jeder nehmen, kann, der in der offenen Kirche einkehrt:

    Herr, mein Gott.

    Das ist das Ganze, das Vollkommene, das Heilende.
    Die leiblichen Augen schließen, die Augen des Herzens öffnen
    und eintauchen in Deine Gegenwart.

    Ich hole mich aus aller Zerstreutheit zusammen und vertraue mich Dir an.
    Ich lege mich in Dich hinein wie in eine große Hand.

    Ich brauche nicht zu reden, damit Du mich hörst.
    Ich brauche nicht aufzuzählen, was mir fehlt,
    oder Dir zu sagen, was in dieser Welt geschieht
    und wozu wir Deine Hilfe brauchen.

    In Dir sein, Gott, das ist alles, was ich mir erbitte.
    Damit habe ich alles erbeten, was ich brauche für Zeit und Ewigkeit.

    (Jörg Zink)

    Bleiben Sie behütet!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 29.03.2020

    „Kraft in schweren Zeiten!“ – Musik erreicht das Herz

    Musik erreicht das Herz. Das habe ich im vergangenen Herbst bei einem Kirchenkonzert neu erfahren. Martin Pepper ist ein christlicher Sing & Songwriter. Er hat eine Botschaft. Und die singt er! Eigentlich nicht seine, sondern er singt die „Gute Botschaft“, die Gott uns durch die Bibel schenkt. „Diese Botschaft ist eine Kraft“, so sagt es Paulus im Römerbrief 1,16.

    Aber wie finden wir Zugang zu ihr? Ist es ein künstlerischer Akt? Ein Einüben einer Meditation? Eine gedankliche Anstrengung?

    Zuallererst eine Herzensbewegung! Eine Hinwendung! Ein Anruf bei Gott!

    Hier bin ich, so wie ich bin! So wie es mir gerade geht! So will Gott uns begegnen, uns Kraft schenken durch den Glauben an Jesus Christus.

    Bei Martin Peppers Lied „Kraft in schweren Zeiten“ klingt das so:

    Wenn der Weg zu unseren Zielen uns an unsere Grenzen führt,

    und der Druck auf unserer Seele an die letzten Kräfte rührt.

    Wenn die Lasten größer werden, uns die Sorge schwer bedrängt,

    sehen wir nur noch die Beschwerden, nicht die Kraft, die aus dem Glauben kommt.

    Hier ist was mich tröstet, das, was meine Seele trägt

    Hier ist, was mir Mut macht, mich beflügelt.

    Das ist meine Kraft in schweren Zeiten, 

    es gibt mir Geborgenheit im Sturm. 

    Die Hoffnung, die mich trägt, ist das Licht, das in mir lebt: 

    Jesus Christus. 

    Kommt her zu ihm, ihr Müden, die ihr schwer beladen seid,

    wir sind alle eingeladen, er steht für uns bereit

    mit ausgestreckten Armen, in seiner Auferstehungskraft.

    Aus Liebe und Erbarmen hat ihn Gott für uns zum Heil gemacht.

    Hier ist was mich tröstet, das, was meine Seele trägt

    Hier ist, was mir Mut macht, mich beflügelt.

    Meine Seele ist bei dir in guten Händen, 

    mein Zuhause ist in deiner Gegenwart. 

    Sie ist Trost in meinem Tal, Licht in meiner Nacht, 

    Hoffnung, die mich heilt. 

    Kraft in schweren Zeiten, Geborgenheit im Sturm 

    Hoffnung, die mich trägt, Licht, das in mir lebt: Jesus Christus.“ 

    Text & Musik: Martin Pepper
    (https://martinpepper.de/kraft-in-schweren-zeiten/)

    Hier ist der Link zu seinen Video
    https://youtu.be/ltQqfxENMgg

     

    Gottes Segen wünsche ich Ihnen!
    Ihr Pastor Ströh

     


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 28.03.2020

    Kleinlaut werden.

    Mit was für einer Haltung begegne ich dieser Krise?

    Spät, aber ruhig und überlegt trat unsere Bundeskanzlerin vor die Kameras. Nachdem Amerika das Problem zunächst unterschätzt hatte, hören wir von dort Kriegsrhetorik. Genauso wie aus Frankreich. Wir befinden uns anscheinend im Krieg gegen einen unsichtbaren, heimtückischen und übermächtigen Feind.

    Da loben wir uns die Sachlichkeit und auch die Empathie, die wir von vielen deutschen Fachleuten und Politikern hören. Kriegsrhetorik lenkt doch nur ab, es geht doch um ganz andere Dinge. Obwohl: So etwas ähnliches wie Krieg ist jetzt bereits ausgebrochen.

    Seit einigen Tagen sind die Triage-Regeln der deutschen Ärzte bekannt. Was ist Triage? Der Begriff kommt aus dem Französischen, bedeutet „Auswahl“ und entstammt dem militärischen Sanitätswesen und der Katastrophenmedizin. Wenn die medizinischen, personellen und technischen Kapazitäten nicht für alle reichen, muss eine Entscheidung getroffen werden. Die Patienten mit den besseren Überlebenschancen werden versorgt, die anderen werden dem Tode preisgegeben, bestenfalls palliativ versorgt. Wir hören grauenvolle Berichte aus Spanien und Italien.

    Was für eine Not! Für die Sterbenden, für die Angehörigen, für die Mediziner und Pfleger, für die Entscheider! Was für eine große, große Not!

    Ich werde kleinlaut. Womit habe ich es verdient, in einem Land mit funktionierenden Gesundheitssystem zu leben? Womit habe ich es verdient, dass ich keine Entscheidung zwischen Leben und Tod treffen muss? Womit habe ich es verdient, dass ich morgen „Kindergeburtstag“ in meinen Kalender eintragen konnte?

    Lieber Gott, ich danke dir für mein wunderschönes Leben. Ich danke dir, dass ich noch nicht überfordert bin, dass ich nicht schwer erkrankt bin, dass ich meine Lieben in Sicherheit weiß. Lieber Gott, wir lernen Demut in diesen Zeiten. Demut und Gehorsam. Erhalte uns die Demut auch, wenn es irgendwann wieder aufwärts geht. Befreie uns von Besserwisserei und Geltungsdrang. Wir sind kleinlaut geworden. Und das wurde auch Zeit.

    Amen.


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 27.03.2020

    „Rise! Take Your Mat and Walk”
    (Bild: Nonhlanhla Mathe)

    „Steh auf – und geh!“

    Im Evangelium nach Johannes (Kapitel 5) wird berichtet, wie Jesus einen Mann heilt, von dem es heißt: „Er lag 38 Jahre krank“. Wahrscheinlich war dieser Mann gelähmt – konnte nicht laufen, entmutigt von der Last und den Schmerzen seit Jahren. Jesus geht zu ihm, sieht ihn an, spricht ihn an: „Steh auf, nimm dein Bett (Matte) und geh!“

    Seit einigen Tagen hat sich bei uns in Deutschland das privaten und öffentliche Leben völlig verändert. Die schnelle Ausbreitung des Virus soll verhindert werden: Alle müssen mithelfen – Abstand halten! Auch Gottesdienste dürfen nicht gefeiert werden. Allerdings: Wenige Tage, bevor alle diese strikten Verbote erlassen wurden, haben wir am Freitag, den 6. März 2020 den diesjährigen „Weltgebetstags-Gottesdienst“ (noch) feiern können! Im festlich geschmückten Gemeindehaus in Gettorf – nach der Gottesdienstordnung, die für alle Gottesdienste auf der ganzen Welt an diesem Tag von Frauen aus Simbabwe im Süden Afrikas ausgearbeitet worden war: Wir haben fröhlich gesungen, viel gelernt über den Alltag der Frauen dort, mit Hoffnung und Mut gebetet, leckere Speisen nach Rezepten aus Simbabwe zusammen gegessen: „Steh auf und geh!“ hat uns selbst auf die Beine gebracht und in Gebet und Fürbitte mit allen Christinnen und Christen weltweit am Weltgebetstag verbunden.

    Bei aller Unsicherheit und bei allen Einschränkungen, die auch bei uns jetzt gelten: In meinem Kopf und in meinem Herzen sind auch die Menschen, die unter einfachen und gefährlichen Bedingungen leben müssen – und jetzt von dem Virus bedroht sind: Sie können sich nicht schützen! Kein sauberes Wasser, kein Platz, keine Seife, keine Desinfektionsmittel, keine Medikamente, keine Krankenhäuser…

    Ja, „die Welt nimmt schlimmen Lauf“ – wie es in einem Gesangbuchlied heißt – das ist so, Gott sei es geklagt! Und dennoch gilt weiter Jesu Zusage: „Steh auf – und geh!“ Habe Mut und tue das, was Du jetzt tun kannst, für Dich und für andere Menschen. Ja, auch beten: „Vater unser im Himmel…“  

    Gott befohlen!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz 


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 26.03.2020

    Geduldig sein!

    Spielplätze gesperrt, Schule geschlossen, KiTa im Notbetrieb. Da kann den Kindern ganz schön langweilig werden. Warum dürfen wir uns nicht mit unseren Freunden verabreden? Warum können wir nicht Schwimmen gehen?

    Die Kinder zeigen uns die Ungeduld, die wir Erwachsenen auch in uns tragen, wenn wir auf Dinge warten müssen, die wir so sehr vermissen und sehnlichst erwarten.

    Endlich wieder ohne Angst Einkaufen gehen. Sich mit Freunden treffen. Die Kreise und Gruppen wieder stattfinden lassen. Gemeinschaft erleben!

    Als christliche Gemeinde geht uns das nicht anders. Wenn doch diese Zeit des Wartens bald vorbei wäre! Wie lange wird es noch dauern? Werden noch mehr Veranstaltungen und Gottesdienste, wie Taufen, Hochzeiten, Jubiläen ausfallen müssen? – Vielleicht. Gut möglich!

    „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet“ (Römerbrief 12, 12)

    Verliert nicht die Hoffnung! Die Zeiten werden sich wieder ändern. Gott stärkt uns den Rücken. Trübsal gehört zum Leben dazu. Aber wir lassen uns nicht beherrschen. Geduld ist unsere Antwort – klug und unverkrampft. Das Gebet hilft uns Geduld zu üben. Dreimal täglich läuten die Glocken von St. Jürgen. Sie laden uns ein, unsere Ungeduld vor Gott zu bringen und um seinen Frieden zu bitten. Beharrlich – aber unverkrampft! So wie die Bitten meiner Kinder: „Papa, wenn du nicht mit uns Schwimmen gehst, spielst du dann mit uns was anderes Schönes!?“

    Wünsche Ihnen Gottes Segen und viel Geduld an diesem Tag!

    Ihr Björn Ströh


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 25.03.2020

    Pastor Frank BoysenDas Leben neu denken!

    Jede Krise hat ihre Chance. Natürlich, ganz schwierig wird das für die Wirtschaft, für unser Gemeinwesen, für bedrohte Existenzen. Und ganz schlimm, für die Kranken. – Und dennoch: Wir fragen uns alle, was wirklich zählt, was das Leben ausmacht, was der Sinn und das Ziel des Lebens ist. Wir sehen unsere Arbeit und Aufgaben mit neuen Augen, auch unsere Familien und unsere Freunde. Es geht irgendwie nicht mehr so weiter wie bisher, sondern alles ist verändert.

    Und wir Kirchenleute fragen uns: Wie können wir den Menschen in dieser Situation nahe kommen? Wie können wir Gott dienen ohne Gottes-Dienst zu feiern? Was ist das Gebot der Stunde? „What would Jesus do?“.

    Neue Ideen sind gefragt! Die Pfadfinder machen einen Hilfsdienst, Video-Übertragungen aus unserer Kirche werden vorbereitet, ein Sorgen-Telefondienst geht heute an den Start, Posaunen und andere Instrumente schmettern Abendlieder durch die leeren Gassen des Ortes und viele von uns machen das erste Mal Telefonkonferenzen, Videokonferenzen…

    Und während ich meine Gedanken bei Aufschreiben dieses Textes sammle, kommt der Anruf. Ganz traurig, ganz schwierig, alte Leute, positiv getestet, sehr allein und auf Unterstützung in jeder Weise angewiesen. Ich laufe zu Arzt und Apotheker.

    Was zählt? Das wir jetzt füreinander da sind. Sofort, wenn es sein muss. Und auch treu: Tag für Tag. Und dass wir füreinander beten. Und dass wir uns die Not der Schwächsten zu Herzen nehmen und ihre Tränen mitweinen.

    Gott, unser himmlischer Vater, schenke uns Liebe! Amen.


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 24.03.2020

    Ein Lied der Hoffnung

    Evangelisches Gesangbuch, Nummer 440:

    „All Morgen ist ganz frisch und neu //

    des Herren Gnad und große Treu; //

    sie hat kein End den langen Tag, //

    drauf jeder sich verlassen mag.“

    Herr Kleingünter hieß er – dieser Name ist fest in meinem Kopf verankert. Herr Kleingünter war ein etwa 90 Jahre alter Mann im Altenheim in Otjiwarongo. Otjiwarongo ist ein kleiner Ort im Norden von Namibia – damals Südwestafrika. Dort habe ich 4 Jahre meiner Kindheit verbracht – in den 1970iger Jahren.

    Fast jeden Abend saß Herr Kleingünter bei Sonnenuntergang auf der kleinen Veranda vor seinem Häuschen im Altenheim und sang laut über das ganze Gelände: Viele der Bewohnerinnen und Bewohner hörten so täglich von ihm Volkslieder und Gesangbuchlieder. Seine Stimme war kräftig – und er sang aus voller Kehle. Manchmal gab es kleine Unterbrechungen, weil er einzelne Wörter in seinem Kopf suchen musste – er wollte immer aus dem Gedächtnis singen. Nur im Notfall griff er zum Liederbuch.

    Diesem alten frommen und sangesfrohen Mann verdanke ich einen Schatz von christlichen alten Liedern und Volksweisen, die sich mir fest eingeprägt haben. Mit ihnen lebe ich seit Jahrzehnten.

    Vermutlich geht es der einen oder dem anderen von Ihnen / Euch ähnlich: Irgendwann hat da jemand einen Schatz an gesungenem christlichen Glauben an Sie / Euch weiter gegeben. Das ist Kirche seit den Tagen der Apostel und der ersten Gemeinden: Eine Erzählgemeinschaft des Glaubens in Texten, Liedern und Gebeten! Auch wenn die Kirchengebäude zu sein müssen.

    In diesen unsicheren Tagen, in denen sich das Leben jeden Tag einengt, ist der alte singende Mann aus Afrika mir ganz deutlich vor Augen. Jetzt singen und beten wir für andere Menschen das Lied der christlichen Hoffnung weiter: Für uns als Gemeinde vor Ort – und für die ganze Welt.

    Gott befohlen! Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz

     


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 23.03.2020

    Bibel Johannes Ev. 6,33-35

    Denn dies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit solches Brot. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

    Gut versorgt?!

    Die Einkaufsregale sind mitunter leergefegt. Kein Toilettenpapier, kein Brot, kein Mehl mehr. Kein Grund zur Verzweiflung. Es wird nachgefüllt. Wenn nicht heute, dann morgen. Dennoch. Die Sorge nicht versorgt zu sein, nicht genug zu haben, verunsichert viele von uns.

    „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ den Satz kennen wir vom Anfang her. Aber er geht so weiter, „sondern von einem jeden Wort, das aus dem Munde Gotte geht“ (5 Mose, 8,3). Es gibt einen Hunger, einen Durst jenseits unserer körperlichen Bedürfnisse. Etwas, dass durch Vorräte und Konserven nicht gestillt werden kann.

    Schön, dass aus unserer Gemeinde hier in Gettorf der Wunsch an uns Pastoren herangetragen wurde: Macht die „gute Botschaft“ sichtbar und hörbar. Gerade jetzt, wo wir uns nicht mehr gewohnt versammeln können.

    Daher soll es nun regelmäßig hier ein Wort für den Tag geben, dass stärkt, Mut macht und zum Nachdenken anregen soll. Ein Brot für die Seele!

    Die Jünger fragen also nach dem, was durch die Krise trägt: „Herr, gib uns allezeit dieses Brot“. Eine Versorgung, die auch in den Notzeiten zur Verfügung steht. Eine Orientierung, eine Hilfe im Leben, die greift, wenn meine eigenen Sicherheiten ins Wanken kommen. Jesus gibt seinen Jünger zu verstehen: Ich bin das Brot des Lebens. Ich selbst bin für euch da! Wie der Hirte für seine Schafe. Wie der Samariter für den unter die Räuber Gefallenen. Wie der Sturmstiller in Seenot. Ich, Jesus Christus, versorge euch! Wer mir vertraut, der wird nie mehr ganz alleine sein!

    Als Kirchengemeinde Gettorf wollen wir dieses Versprechen Jesu mit unseren Mitteln unterstützen und erfahrbar machen: Für Sie da sein. Helfen beim Einkaufen, Kontakt anbieten, wo Sie sich einsam fühlen. Verbindungen schaffen, obwohl wir uns nicht wie gewohnt treffen können. Wollen ein Stück dieser Fürsorge Jesu praktisch umsetzen. Seine Nähe weitergeben. Machen Sie gerne davon Gebrauch.

    Gottes Segen wünsche ich Ihnen!

    Ihr Pastor Ströh