kirche-gettorf
  • Wir möchten Euch einladen,
    mit uns Gottesdienst zu feiern.

     Sonntag, 05.07.2020,
    10 Uhr,
    Gottesdienst, St. Jürgen-Kirche,
    Diakon Tobias Knöller

     Sonntag, 05.07.2020,
    17 Uhr,
    Gottesdienst mit Julia Uhlenwinkel und Pastor Dirk Schulz in der Alten Scheune, Hof Radbruch, Neuwittenbek

     Sonntag, 12.07.2020,
    10 Uhr,
    Gottesdienst mit Pastor Frank Boysen, St. Jürgen-Kirche, Gettorf

    Sonntag, 19.07.2020,
    10 Uhr,
    Gottesdienst mit Pastor Dirk Schulz, St. Jürgen-Kirche, Gettorf

    Sonntag, 26.07.2020,
    10 Uhr,
    Gottesdienst mit Pastor Dirk Schulz, St. Jürgen-Kirche, Gettorf

    Herzliche Einladung zu diesen Gottesdiensten –
    wir geben alles, damit es schön und berührend und familienfreundlich
    und fröhlich wird – trotz aller Einschränkungen!


  • Der Pfadfindersommer!


  • Nähere Informationen zu unseren Konzerten in der KONZERTKIRCHE finden Sie unter:
    www.konzertkirche-gettorf.de


  • Wort zum Tag – Archiv


    Wort zum Tag – Pastor Björn Ströh – 19.06.2020

    Bildquelle: Wikipedia

    Unsere Bilder von Gott.

    Mission bedeutet, hat mir mal jemand erklärt, dass man erzählt, was man glaubt und auch dass man zuhört, was der andere glaubt. Ein Hören und ein Erzählen.

    Anderen von meinem Glauben zu erzählen, heißt für mich auch mit Bildern zu zeigen, wie ich Gott erlebe und an ihn glaube. Unser Gottesbild ist von vielen Dingen beeinflusst: Was wir als Kinder und Jugendliche über Gott gehört haben, wie wir Menschen, die sich Christen nennen, erlebt haben und wie ihr Umgang mit uns und anderen war. Unsere Phantasie spielt vielleicht auch eine Rolle. Aber auch die biblischen Bilder, die uns überliefert sind.
    Eine handelt davon, dass Jesus den Kindern und ihren Müttern einen besonderen Platz an in seinem Reich einräumt.

    Markus-Evangelium 10, 13-16
    „Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.“

    Die Reformation zu Beginn des 16. Jahrhundert hat den Glauben neu verstanden und hat auch Bilder von Gott (wieder-)entdeckt. Der Maler Lucas Cranach d.J. malt Jesus in seiner ganzen Menschlichkeit. Der menschennahe Gott, der sich mitten unter die Menschen stellt. Der andere an sich heranlässt. Der keinen Unterschied zwischen den Bedeutenden und den Unbedeutenden macht. „sola fide“ – allein der Glaube. Der Glaube, verstanden als kinderleichte Aufgabe, als eine Suchbewegung nach Gott. Mit diesem „Kinderglauben“, mit diesem Vertrauen allein will Gott sich schon finden lassen.

    Ein schönes Bild von Gott! Wieviel Zärtlichkeit und Nähe, wieviel Wohlbefinden der Kinder. Die Jünger wundern sich über die Nähe, die Jesus zulässt. So hätten sie sich den Sohn Gottes nicht vorgestellt: so menschennah, so fühlbar, so gnädig. Ein ganz neues Bild haben sie von Gott bekommen.

    Ein schönes Bild von Lucas Cranach d.J. Eines, das etwas transportiert, eine Botschaft im Bild vermitteln möchte. Missionarisch könnte man sagen. Dazu gehört das Hören, wie ich anfangs erwähnt habe. Ich erkenne das offene Ohr Jesu hier im Bild. Er hört auf unsere Sorgen und Freunden. Lasset die Menschen zu mir kommen!

    Ihr Pastor Ströh


    Wort zum Tag – Pastor Frank Boysen – 14.06.2020

    Eingeigelt

    Quelle: 123rf.com

    Ich hatte gestern ein Gespräch. Mit einem Grafen in einem alten Gutshaus. Der war in Militärgeschichte bewandert. Es tut ja gut, wenn man einmal eintaucht in die Geschichte und die Gegenwart dadurch ein wenig relativiert wird.

    Es ging um den Militärtheoretiker Carl v. Clausewitz. Der hat wohl sinngemäß gesagt, dass bei der Kriegsführung derjenige zwangsläufig verloren hat, der sich nicht bewegt. Man kann auch einmal einen Rückzug befehlen, der Kampf ist dann noch nicht verloren. Der Kampf ist erst dann verloren, wenn man sich nicht mehr bewegt oder bewegen kann. – Und außerdem hat Clausewitz den Krieg nicht als wildes Gemetzel angesehen, sondern als die Erreichung von Zielen mit Zwangsmaßnahmen.

    In diesem Sinne führen wir einen „Krieg“ gegen die Epidemie. Wir sollten uns vielleicht nicht der Rhetorik von Trump und Macron anschließen, aber eines stimmt ja: Die Politik verhängt Zwangsmaßnahmen, damit sich der Feind nicht weiter ausbreiten kann.

    Wir beobachten aber je länger je mehr, dass sich Angst breit macht. Die Verunsicherung nimmt zu, Menschen fühlen sich bedroht und sind belastet. Dies Angst schleicht sich in die Seelen vieler Menschen.

    Dann fallen vielleicht Begriffe wie „Verantwortungsbewusstsein“ oder „Vorsicht“. Aber im Hintergrund steht die blanke Angst. Die Angst, sich anzustecken. Und die Angst, jemand anderen anzustecken.

    „Verantwortungsbewusstsein“ und „Fürsorge“ sind christliche Tugenden. Aber sie sind nicht so zu verstehen, dass wir uns einigeln und nicht mehr bewegen. Das Gegenteil ist richtig. Christen überlegen in diesen Zeiten sehr intensiv, wie sie helfen können, für andere da sein können, an der Gemeinschaft festhalten können. Alles im Rahmen des Zulässigen und Verantwortbaren, natürlich. Aber jetzt ist die Zeit für eine Neubesinnung: Was ist unsere Aufgabe als Christinnen und Christen? Was ist die Aufgabe von Kirche?

    In der Bibel heißt es: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ 2. Tim. 1,7

    Pastor Frank Boysen


    Wort zum Tag – Pastor Dirk Schulz – 05.06.2020

    Bildquelle: www.thalia.de

    Gott in Beziehung – Die Heilige Dreifaltigkeit

    Da habe ich doch neulich von einem Schriftsteller gelesen, dass er bei dem Wort von der „Dreifaltigkeit“ Gottes immer ganz spontan an die drei Falten auf der Stirn seiner alten Großmutter denke: Ja, voller Güte, aber auch mit Sorge schaue diese alte Dame ihn immer wieder an – darum die drei Falten auf ihrer Stirn.
    Mich rührt dieses Bild an: Es umschreibt die theologische Wahrheit, dass Gott seine Menschenkinder gütig ansieht. Und auch mit Sorge – daher die Falten: Er schaut auf jeden und jede von uns – jeder und jede ist für Gott unendlich wichtig!
    Er schaut uns an mit wachen und warmen Augen, ja zärtlich, weil er weiß um die Verletzlichkeit, Gebrechlichkeit, ja Fehlbarkeit seines Geschöpfes mit Namen Mensch. Der eine Gott, zu dem sich die Christenheit ebenso wie das Judentum und der Islam bekennt, ist nach dem Zeugnis der Bibel eine „gesellige Gottheit“ (wie der Schweizer Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti das ausdrückt). Also kein in sich ruhendes, in sich abgeschlossenes, sich selbst genügendes Etwas. Die alten Griechen würden sagen: Gott ist kein Idiot! Also keiner, der für sich allein, ganz „privat“, „kontaktlos“ vor sich hin lebt.
    Im Gegenteil: Der Gott der Bibel ist in Beziehung mit den Seinen, ein Gott im Werden, ein Gott im Wachsen, voller Dynamik und Energie. Das können wir lernen aus all den Jesusgeschichten, in denen Jesus sich zuwendet denen, die im Dunkel stehen, und denen am Rande. So lebt Jesus beziehungsreich. Ja, Gott „glüht“ – wie Martin Luther sagt: Er ist ein „glühender Backofen voll Liebe“.

    Dieses Feuer leuchtet und wärmt – darum wollen wir Gottesdienst feiern
    auch am kommenden Sonntag, 07.06.2020:
    Ab 10.00 Uhr wird die Aufzeichnung zu sehen sein über diese Homepage:
    „In Beziehung“ – Reginonal-Gottesdienst mit Menschen
    aus unserer Region Dänischer Wohld.

    Schalten Sie ein – singt und betet mit!

    Bleiben Sie gesund und zuversichtlich unter Gottes Himmel unterwegs!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Wort zum Tag – Pastor Björn Ströh – 02.06.2020

    Bildquelle: Bernd Kasper / pixelio.de

    „Mein Herz ist fröhlich im Herrn“ Samuel 2,1

    Ein neuer Tag beginnt und ich freu mich, ja ich freue mich.
    Ein neuer Tag beginnt und ich freu mich Herr auf dich.

    Ein Lied, das ich vom Frühstückstisch kenne. Morgens den Tag miteinander starten. Der Fokus liegt nicht auf meinen Problemen, Herausforderungen oder Auseinandersetzungen, sondern an der Freude zusammen zu sein. Das Brot schmeckt dann viel besser. Der Tee oder Kaffee tringt sich langsamer.
    Menschen brauchen Menschen – das ist doch klar. Es muss nicht immer der Frühstückstisch sein. Es ist auch nicht immer der Partner, die Familie oder die beste Freundin. Aber es tut uns gut, es macht uns fröhlich, wenn wir in Beziehung stehen. Dafür sollten wir für uns und andere sorgen.

    Eine Beziehung ist besonders tiefgründig. Der Herr des Lebens ist ein Gebet weit weg von uns. Sein Geist ist ausgegossen in unsere Herzen, wie wir zu Pfingsten wieder erinnert wurden. Den Tag bewusst mit Gott beginnen, hilft meinem Herzen fröhlich zu sein, mich auf den Tag zu freuen und gespannt zu erwarten, welchen Menschen ich heute begegne.

    Pastor Ströh


    Wort zum Tag – Pastor Frank Boysen – 29.05.2020

    Nicht abgesagt!

    Diese herrlichen Sonnentage auf dem Land sind sehr versöhnlich – außer für die Landwirte vielleicht, die nach wie vor auf Wasser warten. Es breitet sich ein Gefühl von Sommer, Licht, Wärme und Dankbarkeit aus. In kirchlichen Kreisen wird z.Zt. ein Text weitergereicht, deren Urheber ich nicht kenne. Aber die Worte sind gut und entströmen einer dankbaren Seele:

    Sonne ist nicht abgesagt.
    Frühling ist nicht abgesagt.
    Beziehungen sind nicht abgesagt.
    Liebe ist nicht abgesagt.
    Lesen ist nicht abgesagt.
    Musik ist nicht abgesagt.
    Fantasie ist nicht abgesagt.
    Freundlichkeit ist nicht abgesagt.
    Zuwendung ist nicht abgesagt.
    Gespräche sind nicht abgesagt.
    Hoffnung ist nicht abgesagt.
    Beten ist nicht abgesagt.

    Diese Zeilen enthalten einen neuen Geist vermitteln mir einen neuen Geist: Auf die Möglichkeiten blicken, nicht auf die Unmöglichkeiten. Auf die Chancen blicken, nicht auf die vertanen Möglichkeiten. Auf die Schönheit blicken und gleichzeitig der Gier und dem Egoismus den Rücken kehren.

    Das ist Pfingsten.

    Pastor Frank Boysen

    Open-Air-Gottesdienst im „Pasterpark“ – wie auch Pfingsten! Bild: Sigrid Querhammer


    Wort zum Tag – Pastor Dirk Schulz – 27.05.2020

    Foto: Pastor Dirk Schulz

    Gott groß machen – den Schöpfer loben

    „Lobe den Herrn, meine Seele. … Die Bäume des HERRN stehen voll Saft, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat. Dort nisten die Vögel und die Reiher wohnen in den Wipfeln. Die hohen Berge geben dem Steinbock Zuflucht und die Felsklüfte dem Klippdachs.“ (aus Psalm 104)

    Eine Woche hatte ich Urlaub: Ich habe es genossen! Wir konnten für drei Tage eine Studienkollegin in der Nähe von Kassel besuchen, die dort Pfarrerin ist: Herrliche Sommertage – wandern in einem der hessischen Mittelgebirge, abends im Garten milde Abende mit gegrillter Forelle. An einem Tag eine Stunde Besuch bei meiner alten Mutter, die seit knapp 1 ½ Jahren in einem Pflegeheim im Harz wohnt: Mit Abstand und Maske natürlich. Seit Mitte Februar hatte ich sie nicht mehr besuchen können und dürfen. Welch eine Freude jetzt!. Sie liebt die Natur so sehr – und darf nun wenigstens wieder außerhalb des Heimes auf der Bank in der Sonne sitzen und die Vögel in den Baumwipfeln beobachten.
    Und dann: Anlässlich meines Geburtstags waren wir nach vielen Jahren endlich einmal wieder in der „Arche Warder“: Dieser so schlicht angelegte Tierpark, dessen Name schon sagt, worum es geht: Wie damals bei Noah und seiner Arche geht es auch heute darum, vom Aussterben bedrohte Nutztier-Rassen zu schützen und zu erhalten. Was für wundersame Schafe und Ziegen und Schweine und Rinder und Esel da so herumlaufen: Atemberaubende Schlappohren und vermutlich für den tierischen Alltag gänzlich ungeeignetes Gehörn ist da zu bewundern! Einige der Tiere waren sichtlich irritiert von den Schutzmasken in den Gesichtern der Menschen. Das hatten sogar die alten Schafböcke so auch noch nicht erlebt…
    Dann fiel es mir wieder ein: Vor einiger Zeit hatte mit eine meiner ältesten Freundinnen (sie wird in diesem Jahr 90) Freikarten zum Besuch der „Arche Warder“ geschickt, da sie über „Greenpeace“ dort irgendwo als Stifterin auf einer Tafel genannt sei. Und tatsächlich: In der langen Liste der Namen in der „Allee der Stifter 2018“ habe ich ihren Namen gefunden. Ja, da gibt es Menschen, die mithelfen, dass in der „Arche Warder“ munteres Getier zu bestaunen ist. So wie damals in der Arche Noah soll keine Art verloren gehen! Auch so können wir Menschen Gott eine Freude machen. Und ich denke: Das tut IHM oder IHR sicher auch gut!

    Bleiben Sie gesund und zuversichtlich unter Gottes Himmel unterwegs!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Wort zum Tag – Pastor Björn Ströh – 22.05.2020

    Foto: Hamed Daneshyar

    Kein Grund zum Misstrauen!

    Alles begann mit Neid und Missgunst. Joseph wurde von seinen Brüdern in einen Hinterhalt gelockt. Er wurde als Sklave nach Ägypten verkauft. Mit viel Gottvertrauen und seiner Hilfe ist Joseph zu einem wichtigen Staatsminister in Ägypten aufgestiegen.

    Was ihm eigentlich zum Verhängnis bestimmt war, wurde für Joseph zum großen Erfolg. Die Bibel berichtet uns, dass Josephs Rat dafür gesorgt hat, dass in den guten Jahren genug Vorräte und Rücklagen angelegt wurden, um die folgende Hungerszeit zu überstehen. Er ist ein geehrter Mann in der Fremde geworden.

    Sind wir in 2020 auch in einer Dürrezeit? Mit Sicherheit! Ein so eingeschränktes Leben gab es in Deutschland seit der Ölkrise, wenn nicht sogar, seit dem Krieg nicht mehr. Vielleicht stehen wir auch erst am Anfang einer tiefen wirtschaftlichen und damit einer tiefen sozialgesellschaftlichen Krise.

    Missgunst und Neid und Angst sind böse Triebfedern, denen wir gerade in Krisen erliegen können: Warum darf Sie das? Warum kann ich das nicht haben? Warum wird sie mehr gemocht als ich?

    Extreme treten zu Tage: Verschwörungstheorien, Phobien, Demonstrationen, die so viel Hilflosigkeit zum Ausdruck bringen und doch so gefährlich sind, wie ihre Mitglieder, die Augen vor der Wirklichkeit verschließen.

    Wenn wir wie gestern zu Himmelfahrt einen Gottesdienst bei schönem Wetter im Pastoratsgarten feiern, die Trompeten, das Klavier und der Gesang zu hören ist und so viele Menschen es genießen zusammen zu sein, dann bekomme ich den festen Glauben, dass wir Krisen mit Verstand und Gottvertrauen durchstehen können. Es gibt keinen Grund durchzudrehen!

    Joseph trifft seine Brüder, die ihn verraten und verkauft haben. Er weiß, dass er die Geschichte nicht ändern kann. Er weiß, dass er jeden Grund hätte, seinen Brüdern böse zu sein. Joseph aber sprach zu seinen Brüdern:
    „Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an Gottes Statt? Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk.“ 1. Mose 50,19f.

    Nicht Missgunst und keine Panik hilft uns jetzt weiter. Gott scheint Dinge ändern zu können, auch wenn wir sie nicht verantworten, noch aufhalten konnten. Also blicken wir mit Vernunft und Klugheit nach vorne und vertrauen, dass Gott gedenkt, es zuletzt doch gut mit uns zu machen!

    Pastor Björn Ströh


    Wort zum Tag – Pastor Björn Ströh – 15.05.2020

    Bildquelle: Wikipedia

    Wo haben Sie dieses Symbol nur schon mal gesehen?

    Es klebt an Straßenlaternen, auf Schildern an Hauswänden, an Weidezäunen und auf Bäumen.

    Dieses Symbol zeigt den Pilgern den Weg auf ihrer Route. Stilistisch zeigt es eine Jakobsmuschel, die zur Seite gedreht ist. Die Jakobsmuschel ist das Erkennungszeichen der Pilger, die sich auf einem der vielen Jakobswege bewegen. Viele verschiedene Wege, die sich durch ganz Europa erstrecken und streng genommen alle ein und dasselbe Ziel haben – das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien.

    Beim Pilgern kommt es nicht nur auf das Ziel drauf an. „Beten mit den Füßen“ hat es mal jemand genannt. Zur Ruhe finden, sich von dem Lösen, mit dem man sonst so sehr beschäftigt ist. Zeit finden, seinen Gedanken, Gefühlen, Wünschen und seinem Glauben nachzugehen. Da wird es spannend und auch entspannend. Vielleicht probieren wir das mal aus. Das geht auch sehr gut als Gruppe!

    Einer dieser Pilgerwege führt direkt an unserer St. Jürgen Kirche in Gettorf vorbei. Dieser Jakobswegabschnitt gehört zur „Via Jutlandica“, der vom nördlichen Jütland quer durch Schleswig-Holstein führt. Unser Abschnitt ist genauer gesagt ein Nebenarm von Schleswig nach Lübeck. Für Fernpilgerer kann es von dort auf einem anderen Weg weitergehen.

    Jetzt in der warmen Jahreshälfte kann man sehr angenehm unterwegs sein. Wer sich einen Pilgerpass bastelt, der kann sich in unserer Kirche St. Jürgen Kirche sogar einen speziellen Pilgerstempel eintragen.

    Wer noch mehr Ideen haben möchte, der schaue doch mal hier: www.Pilgern-im-norden.de

    Ein Pilgersegen
    Herr, öffne mit die Augen,
    dass ich die Schönheit dieses Tages spüre.
    Erfülle mich mit Deinem lebensspendenden Geist,
    der mir hilft, meine Sorgen in den Hintergrund
    zu stellen und anderen Hoffnung
    und Freude zu bringen

    Übrigens – Unserer Rubrik „Wort zum Tag“ verändert sich. Aber heute wird es jeden Dienstag und jeden Freitag einen neuen Beitrag geben. Wenn auch nicht ganz so häufig wollen wir als Pastoren dennoch etwas andächtiges, aktuelles oder persönliches auf diesem Wege mit der Gemeinde teilen.

    Pastor Björn Ströh


    Wort zum Tag – Pastor Dirk Schulz – 14.05.2020

    Foto: Pastor Dirk Schulz

    „Komm, bau ein Haus, das uns beschützt, // pflanz einen Baum, der Schatten wirft, // und beschreibe den Himmel, der uns blüht, // und beschreibe den Himmel, der uns blüht.“

    Nach acht Wochen konnten wir am letzten Sonntag wieder einen öffentlichen Gottesdienst in Gettorf feiern: Wie gut! Pastor Björn Ströh und alle anderen Mitwirkenden hatten alles sorgfältig vorbereitet. Die Stimmung – bei allen gebotenen Vorsichtsmaßnahmen – war fröhlich und humorvoll. Eine ermutigende Erfahrung für alle!
    Und dann: „St. Jürgen singt mit Euch zu Hause!“ Am Freitag über fünf Stunden in der Kirche die Produktion der Aufzeichnung, die dann – von Helden der Technik bearbeitet – am Sonntagnachmittag über das Netz in die Welt ging: Welch eine Freude! Ganz herzlichen Dank an unsere Kirchenmusikerin Julia Uhlenwinkel!
    Am kommenden Sonntag werden wir in der „Kirche Zum Guten Hirten“ in Schinkel abends auch wieder zu einer Andacht zusammenkommen: Orgel und Meditation zum Vaterunser-Gebet. Im „Schoopstall“, wie manche im Dorf die Kirche nennen, dürfen wir z. Zt. nur 10 Personen sein. Na dann: Klein, aber fein…
    Um die Kirche in Schinkel herum ist seit Wochen eine Menge los: Ein altes Haus ist nicht mehr da – ein neues Haus wird gebaut. Sandberge türmen sich auf – die „Schinkeler Alpen“, wie ich hörte. Neulich stehe ich staunend davor. Ein KiTa-Kind sagt mir: „Ich kann nicht in Urlaub fahren, wegen Corona.“ Wir entwickeln spontan einen Plan: Sie und ihre Freunde fahren nicht an den Strand in diesem Jahr. Sondern: Wir buddeln uns durch diese riesige KiTa-Sandkiste und suchen einen Schatz.
    Das oben zitierte Lied ist eines der Neuen Geistlichen Lieder aus dem Umfeld des Deutschen Evangelischen Kirchentags. Es geht so weiter: „Lad viele Kinder ein ins Haus, // versammle sie bei unserm Baum, // lass sie dort fröhlich tanzen, // wo keiner ihre Kreise stört, // lass sie dort lange tanzen, // wo der Himmel blüht.“ Ja, auch dafür ist die Kirche da!

    Bleiben Sie gesund und zuversichtlich unter Gottes Himmel unterwegs!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Wort zum Tag – Pastor Frank Boysen – 13.05.2020

    Foto: Pastor Frank Boysen & Pastor Björn Ströh

    Vergessen!
    Das gibt‘s doch nicht – Rike Köhrsen erinnert mich freundlich, aber nicht zum ersten Mal: „Ich
    freue mich heute auf Dein Wort zum Tag!“ Vergessen! Und gestern die Verabredung mit den
    Kollegen – vergessen! Ich hatte noch einen Fahrauftrag mit einem Kind zu erledigen – aber
    trotzdem. – Was ist denn nur los? Kaum ist der junge Kollege da, werde ich dement!

    Kennt Ihr das? Geht Euch das auch so? Die Termine haben zwar abgenommen, aber es fällt
    dennoch schwer, den Überblick über alles zu behalten. Vielleicht ist das eine typische Erfahrung in
    der Corona-Krise. Es muss ja so viel überdacht werden, alles ist anders. Die meisten
    automatischen Abläufe funktionieren nicht mehr.

    Gestern haben wir ganz lange im Kirchengemeinderat diskutiert, wie wir schöne Gottesdienste
    feiern können. Am liebsten in der Kirche! Aber mit Mundschutz und Abstand? Geht das? Was
    machen wir mit den Kindern und Familien? Und die Konfirmanden – die sind ja auch noch da.
    Ergebnis: wir brauchen ein riesiges Sonnensegel, unter dem wir open Air Gottesdienste feiern.
    Das ist doch etwas für die jüngere Generation und auch für Taufen! Ende der Sitzung: 22:00 Uhr.
    Am nächsten Morgen machen sich Björn Ströh und Frank Boysen auf den Weg, um ein
    entsprechendes Sonnensegel zu mieten und abzuholen! Ausflug nach Hitzacker an der Elbe –
    muss auch Mal sein. Unvergesslich!


    Wort zum Tag – Pastor Björn Ströh – 12.05.2020

    Foto: Pastor Björn Ströh

    Draußen…

    …ist es jetzt im Frühling wieder warm und sonnig. Zeit für Spaziergänge, Fahrradtouren übers Land, Kaffeetrinken unter freiem Himmel. Manch Einen, wie mich selbst auch, treibt es dann in die Natur und tauscht gerne das feste Dach gegen ein Stück Stoff über den Kopf ein.
    Beim Zelten kann dich die Natur intensiv erleben. Die schönen und romantischen, aber auch die wilden und bedrohlichen Seiten. Wenn der Wind am Zelt rüttelt, die Stangen sich biegen und der Regen peitscht, wenn an Schlaf schwer zu denken ist, dann beruhigt die Hoffnung, dass dich immerhin dein Zelt von diesem Unwetter trennt und es dich sicher durch die Nacht bringt.
    Was für uns Freizeit oder Urlaub bedeutet, war für viele Hebräer Alltag. Als Nomadenvolk zogen sie durch Steppen und öde Landschaften. Wind, Hitze und anderem Wettern waren sie ausgesetzt. Da ging es nicht selten auch ums Überleben. Die Zelte waren es, die ihnen das Leben sicherten.
    Im Buch Sirach, einer apokryphischen Schrift in der Bibel, heißt es:
    „Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt; wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden.“ Sirach 6,14
    Ich glaube, Gott hat uns nicht als Einzelkämpfer in diese Welt gesetzt. Er mutet uns manchen Sturm und manche Angst im Leben zu, aber darin lässt er uns nicht alleine. Jesus Christus hat den Jüngern immer versucht deutlich zu machen: Er selbst will unser Freund sein. Und zwar nicht nur ein Schön-Wetter-Freund, sondern Einer, der Schutz gibt und uns begleitet, wenn wir Gegenwind im Leben erfahren.
    Auch der Apostel Paulus hatte Ahnung von Zelten. Als gelernter Zeltmacher wusste er, wie wichtig der Schutz da „Draußen“ im Leben sein kann. Auf seinen Missionsreisen war er nicht alleine unterwegs, sondern hatte immer einen Freund dabei. Auch die Häuser anderer Christen und deren Gemeinden waren Orte in denen Paulus treue Freunde und damit Schutz finden konnte.
    Unsere Gemeinde darf auch so ein Schutzort sein. Ein Ort, an dem man treue Freunde findet und auch die Freundschaft zu Gott wachsen kann.
    Freundschaften, die sich anfühlen, wie ein sturmfestes Zelt und ein Schatz im Leben.

    Pastor Björn Ströh


    Wort zum Tag – Pastor Dirk Schulz – 11.05.2020

    Foto: Pastor Dirk Schulz

    „Singet, Gott, dem Herrn, ein neues Lied, denn er tut Wunder!“
    (Psalm 98)

    Nach acht Wochen konnten wir am gestrigen Sonntag wieder einen öffentlichen Gottesdienst in St. Jürgen feiern: Wie gut! Pastor Björn Ströh und alle anderen Mitwirkenden hatten alles sorgfältig vorbereitet. Die Stimmung – bei allen gebotenen Vorsichtsmaßnahmen – war fröhlich und humorvoll. Eine ermutigende Erfahrung für alle!

    Musikerinnen und Musiker haben es in diesen Monaten besonders schwer: Das, wofür ihr Herz brennt, und ihr Können, von dem sie leben, kann gar nicht oder nur sehr eingeschränkt an die Leute gebracht werden: Weder in der Kirche noch im Konzertsaal noch Open-Air…

    Unsere Kirchenmusikerin Julia Uhlenwinkel hat sich dennoch viel einfallen lassen: In den Gottesdiensten, die aus der Kirche über das Internet übertagen worden sind, hat sie immer wieder kleine Ensembles eingebaut, verschiedene Instrumente eingesetzt und Vieles mehr. Und außerdem: Auch die kleinen, aber feinen Abschiedsfeiern auf den Friedhöfen hat sie in der Regel mit ihrer Flöte musikalisch ausgeschmückt. Herzlichen Dank!

    Und nun gestern am Nachmittag: „St. Jürgen singt mit Euch zu Hause!“ Am Freitag über fünf Stunden in der Kirche die Produktion der Aufzeichnung, die dann – von Helden der Technik bearbeitet – ab 17.00 Uhr über das Netz in die Welt ging: Welch eine Freude!

    Ich hoffe, alle zu Hause wurden angesteckt von dieser Freude und haben sich mitreißen lassen von den Hoffnungsliedern: „Du meine Seele, singe“, „Möge die Straße uns zusammen führen“ „Thank you for the music“!

    Bei uns zu Hause war unser Hund Paula mit dabei: Meine viel zu laute Stimme beim Mitsingen hat sie sicher gestört, aber, es war deutlich zu sehen: Ihr langer Schwanz klopfte im Rhythmus des Schlagzeugs taktvoll auf den Teppich. Welch eine Freude – für Mensch und Tier!

    Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Wort zum Tag – Pastor Frank Boysen – 10.05.2020

    Der erste öffentliche Gottesdienst…

    Foto: Pastor Frank Boysen – „Alibaba (d.i. Pastor Björn Ströh) und die vierzig Räuber!“

    oder: Alibaba und die 40 Räuber

    Der erste Gottesdienst seit 8 Wochen – was für eine Freude!

    Ist das eine Freude, die nur „Insider“ verstehen können? Also die Leute, die auch sonst zur Kirche kommen. Und das sind ja nie so viele. Durchschnittlich 1 – 2% unserer Mitglieder.

    Und doch: Was für eine Freude! Wir sehen uns wieder – in echt und das Leben geht weiter. Niemand weiß, wie lange es her ist, dass für Monate alle öffentlichen Gottesdienste ausgesetzt wurden. Nicht bei vergangenen Pandemien, nicht in den Weltkriegen. Vielleicht während des 30jährigen Kriegs vor 400 Jahren oder während einer Pestepidemie vor 700 Jahren.

    Freilich: Die Auflagen für einen öffentlichen Gottesdienstes sind erheblich. Mundschutz, Desinfektionsmöglichkeiten, Ordnerdienste, Abstandsregeln, max. 40 Leute in der Kirche – darauf müssen und wollen wir uns einstellen. Aber besonders schwer war heute das Singe-Verbot. Denn wir haben den Sonntag „Kantate – Singet!“. Ich hatte den Eindruck, als hätten doch einige Gottesdienstteilnehmer unter ihren Masken mitgegrummelt oder mitgesummt.

    Fazit: Ich hatte es mir trauriger vorgestellt – ohne Singen und in Räubermaskerade. Es war aber rundherum fröhlich, Pastor Ströh war fröhlich, die Musik war mitreißend, alle Menschen waren fröhlich und haben aus ihren Augen gestrahlt. Richtig schön! Sicherlich, ein Dauerzustand ist das nicht. Aber: Ein Lichtblick!

    Pastor Frank Boysen


    Wort zum Tag – Pastor Björn Ströh – 09.05.2020

    Foto: Pastor Björn Ströh – Bildausschnitt aus Wikipedia

    Morgen ist Muttertag

    Hier nur ein kleiner Hinweis an alle, die in der Gefahr stehen, heute Abend noch schnell los eilen zu müssen, weil sie ihrer lieben Mutter oder lieben Frau, als Mutter der eigenen Kinder doch eine Aufmerksamkeit am Sonntag zukommen lassen wollen:

    Genau, morgen ist Muttertag! Eine schöne Gelegenheit mal Danke zu sagen.

    Vor langer Zeit, in meinen Teenagerjahren, fragte mich mal jemand auf einer langen Autofahrt, was meine Eltern denn so machen würden. Ich erzählte von meinem Vater und als der Mitfahrer im Auto nachfragte, was meine Mutter denn arbeiten würde, bin ich in eine gedankliche Falle gestürzt. Ich antwortete: „Meine Mutter arbeitet nicht. Sie ist zu Hause“.

    Ein entsetztes Gesicht schaute mich an. Hätte ich das sagen sollen? Ist das unpopulär, wenn jemand einen großen Teil seiner Lebenszeit für die Erziehung und das Leben im „zu Hause“ investiert.
    Mein Gesprächspartner entgegnete mir: „Wie kannst du sagen, dass deine Mutter nicht arbeiten würde, wenn du drei Geschwister hast, ihr ein großes Haus bewohnt und dein Vater viel unterwegs ist?“
    Mir war es ein bisschen peinlich, dass ich all die Mühe und Arbeit und Geduld, die meine Mutter nicht zuletzt mit mir hatte, nicht als „Arbeit“ angesehen habe.

    Vorsicht vor Rollenklischees, mag manchem jetzt durch den Kopf gehen. Sollen Frauen hier in einer Rolle festgekettet werden? Nein, natürlich nicht! Darum geht es mir nicht. Ob erwerbstätig oder nicht. Die Lebenskraft, die so viele Mütter (und auch Väter. Die sind aber morgen nicht dran.) in die Erziehung stecken, an Liebe den Kindern mitgeben und in welcher Art sie sich für die Familie zurücknehmen können, ist einfach unglaublich wertvoll.
    Das meine ich persönlich und auch gesellschaftlich. Homeschooling ist viel mehr als Schulaufgaben mit Kindern machen. Werte vorleben, Positionen beziehen, die Möglichkeit geben zum Nachahmen aber auch zum Verwerfen und dabei Reibungsfläche bieten, um sich selbst darin zu entdecken, das ist eine so wertvolle Lebensschule, die im Rahmen dieser Sozialform Familie geschieht und keine immer ganz leicht Aufgabe ist!

    Wie gut, dass Gott auch weibliche Seiten hat. In dem Bild vom Rembrandt „Heimkehr des verlorenen Sohnes“ vor einer Woche, erkennen nicht wenige Betrachter eine männlich und eine weiblich erscheinende Hand, die auf dem Rücken des Jungen ruht.

    Vielleicht sind Blumen die viel bessere Sprache als diese Worte hier, aber: Danke, liebe Mütter! Und schön, dass es euch gibt!“

    Björn Ströh – Sohn und Ehemann


    Wort zum Tag – Pastor Dirk Schulz – 08.05.2020

    Foto: Pastor Dirk Schulz

    „Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“
    (Matthäus 5, Vers 7)

    Heute vor 75 Jahren: Der 8. Mai 1945. Der Tag, der die Welt veränderte. Mit der militärischen Kapitulation des Deutschen Reiches ging der Zweite Weltkrieg zu Ende: Tag der Befreiung von einem verbrecherischen Regime. Adolf Hitler und seine Gefolgsleute hatten die Welt an den Abgrund gebracht: Viele Millionen Tote, unendliches Leid, viele Länder Europas in Schutt und Asche.
    Sehr viele Menschen in unserem Land, in Europa und weltweit sind von dieser Katastrophe geprägt worden – mit Folgen für ihr Leben bis heute. Im Alter bricht vieles an Erinnerungen wieder auf. Und die Jüngeren leben mit den Folgen auf andere Weise: Vergangenheit, die nicht vergeht.

    Wie nach dem I. Weltkrieg waren es auch nach dem II. Weltkrieg viele Christenmenschen und die großen Kirchen, die für Verständigung und Versöhnung eintraten – persönlich und auch im politischen Bereich. Eine Rückbesinnung auf die zentrale Botschaft Jesu Christi, die in seiner so genannten Bergpredigt zu lesen ist. Die Seligpreisungen in Matthäus 5: „Selig sind…“. Der Kern seiner Verkündigung. „Nie wieder Krieg!“ Kampf gegen das Vergessen: Erinnerung nach vorn! Von diesem Erbe leben wir auch heute – welch ein Glück! Die Rechte und die Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land und in einem geeinten Europa – welch ein Segen!

    Überall in den Dörfern und Städten unseres Landes gibt es Erinnerungsorte, die die Vergangenheit in die Gegenwart holen. Natürlich auch bei uns in Gettorf und in den umliegenden Orten. In Schinkel werden daher heute Mittag für 10 Minuten die Kirchenglocken läuten. Und ich werde Blumen an das große Kreuz auf dem Friedhof legen.

    Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 07.05.2020

    Fernweh!

    Vielleicht ist es nicht einmal Fernweh, welches viele Menschen unter uns haben. Einfach unbefangen rausgehen, einfach einmal wieder im Kreise der Freunde oder weiteren Familie fröhlich zusammenkommen und feiern – das wär‘ schon was! Aber es fehlt noch mehr. An der Beerdigung des Nachbarn konnten wir nicht teilnehmen, die Taufe konnten wir nicht feiern, die Konfirmanden sind unkonfirmiert geblieben. Es ist ja alles nur aufgeschoben. Aber wir befinden uns in einem luftleeren Raum – und die Zeit hat anderen Aufgaben mit sich gebracht.

    Viele unter uns können diesen erzwungenen Stillstand als schöpferische Pause verstehen. Gott Lob, wem die augenblickliche Krise nicht an die Existenz geht. Aber auch bei Vielen, die nicht schwer betroffen sind, schleicht sich ein Kummer ein: Können wir das alles nachholen, was uns die augenblickliche Situation an Begegnungen, an Festen, an Gemeinschaftserlebnissen vorenthält? Wir hören es ja vermehrt von den Alten: „Ich weiß nicht, wie lange ich noch zu leben habe. Ich möchte JETZT in der Gemeinschaft meiner Familie sein und leben.“

    Es lässt sich nicht alles nachholen, auch in unserer kirchlichen Arbeit nicht. Sicherlich: Wir werden fleißig und dichtgedrängt konfirmieren und taufen und trauen, wenn die Umstände es erlauben. Aber das wird etwas anderes sein. Und viele Gedächnisfeiern für Verstorbene, auf die wir die Angehörigen jetzt vertrösten, werden vermutlich dann doch nicht stattfinden, weil die Zeit darüber weg gegangen ist.

    In unserer Jugendarbeit meldet sich das Fernweh: Unsere Freizeiten, die unwiederbringlichen Erfahrungen einer Gemeinschaft in einer vertrauten Gruppe und die Erfahrung, dass Gott diese Gemeinschaft trägt, sind gefährdet. Das wird unser Gemeinschaftsleben verändern und die gewachsenen Bindungen lockern. Wir spannen die Flügel unserer Seelen weit: Wenn nicht zu Pfingsten, dann vielleicht im Sommer. Und wenn aus hygieni¬schen Gründen kein Großlager möglich sein wird, können wir vielleicht, vielleicht in Kleingruppen auf Fahrt gehen? Wir planen das einfach! Auch an der Ostseeküste können wir unvergleichliche Sonnenuntergänge erleben!

    Pastor Frank Boysen

    Foto: Pastor Frank Boysen – am Ostseestrand beim „wilden“ campieren


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 06.05.2020

    Rechte Verkündigung – das A und O der christlichen Gemeinde

    Den Arbeitsplatz bereiten. Nach 8 Wochen als neuer Pastor in der Gemeinde habe ich mich eingerichtet. Ein Büro in der alten Pfarrscheune. Ein Schreibtisch, Telefon usw. Das Büro ist auch eine Art Basislager für mich. Ich pendele nach wie vor mit Rad und Zug zwischen Neumünster und Gettorf. In meinem Büro lagern Pfadfinderdinge, Musikanlagen, ein Klavier vom alten Diakon Klaus Hein und das Archiv aus Pastorat I. Akten und Ordner sortieren kann nicht schaden. Sich in die Verwaltungsangelegenheiten des Kindergartens einlesen und neu ordnen.
    Im Archiv bekomme ich beim Drüberlesen spannende Ereignisse aus der Geschichte unserer Kirchengemeinde mit. Hier ein Text von Pastor Ehmke, der vor 49 Jahren zur feierlichen Eröffnung des Gemeindehauses am 27. November 1971 in einer kleinen Broschüre vom „Kirchenvorstand“(seit 2011 Kirchengemeinderat genannt) veröffentlicht wurde:

    „Das neue Gemeindezentrum soll keine „kalte Pracht“ bleiben. Es muß mit Leben gefüllt sein. (…)Mögen sich alle Planungen, die wir treffen werden, erfüllen und die Gemeinde eine enge Beziehung zu dem Zentrum gewinnen, das nichts anderes sein will als eine echte Stätte der Begegnung aller Gemeindemitglieder.“
    Und zum Gottesdienst:
    „Es bleibt dabei, daß die rechte Verkündigung des Wortes Gottes das A und O einer christlichen Gemeinde ist. Wo sie in diesem Auftrag verfälscht oder ihr Schwergewicht auf die Lösung sozialer Fragen verlegt ist, ist sie alles andere, aber nicht mehr Gemeinde Jesu. Ihre soziale Arbeit erfährt ihrem Impuls aus der Verkündigung (…) Von daher ergibt sich die enge Verbindung von Wort und Tat.“
    Verkündigung passiert auch neben dem Gottesdienst – keine Frage! Aber ich finde es stark, mit welchem Bekenntnis sich die Kirchengemeinde damals schon zur Gemeinschaft und zum Gottesdienst als ihrer Mitte der Gemeinde bekannt hat. Der Wunsch dort wieder zusammenzukommen ist heute auch im Zuspruch zu unseren Streaming-Gottesdiensten erkennbar. Nun kann es bald wieder losgehen, wohl noch eingeschränkt und anders als gewohnt. Aber immerhin. Schließlich geht es, um das A und O unserer Gemeinde.

    Pastor Björn Ströh


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 05.05.2020

    Foto: Pastor Dirk Schulz

    „Die güldne Sonne bringt Leben und Wonne, // die Finsternis weicht. // Der Morgen sich zeiget, // die Röte aufsteiget, // der Monde verbleicht.
    (Evangelisches Gesangbuch, Nr. 444)

    Morgenstimmung – weiterhin hell und freundlich kommen sie herauf in diesen Wochen, die Frühlingstage. Da ist es für mich leicht, früh aufzustehen und z. B. an das „Geistliche Wort“ zu denken, das geschrieben werden muss für die Homepage.
    Heute an dieser Stelle ein kleines Suchbild, wie ich es als Kind gerne in einer Zeitung gesehen habe. Da war dann auf einem Foto irgendwo ein kleines Detail versteckt, das man nur finden konnte, wenn man das Foto ganz genau absuchte mit den Augen.

    „Mit Gott groß werden“ – das ist das Motto der Evangelischen Kindertagesstätten bei uns in Schleswig-Holstein: Ja, dafür stehen wir als Trägerin unserer kirchlichen KiTas in Gettorf und Schinkel. Auch in diesen Wochen läuft der Betrieb – eingeschränkt natürlich. Und zugleich: In Schinkel auf dem KiTa-Gelände herrscht rege Bautätigkeit vor: Container wurden aufgestellt, die Pfarrscheune wurde mit schwerem Gerät abgetragen: Platz für ein neues KiTa-Gebäude. Wenn ein altes Gebäude weichen muss, sind da auch wehmütige Gedanken – zugleich aber auch Hoffnungen auf das neue Leben, das sich in einem neuen Gebäude entwickeln wird. Nach und nach wird das in den kommenden Monaten immer deutlicher werden.
    Ich bin der Kommune Schinkel für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Kirche und Kommune bei diesem Zukunftsprojekt ausgesprochen dankbar! „Mit Gott groß werden“, dafür wird die Kirche als Trägerin der KiTa zum Wohle der Kinder auch weiterhin einstehen.
    Und: Was ist da nun zu suchen auf dem Foto? Ganz am Rande links hinten über dem Dach des frei stehenden KiTa-Gebäudes sehe ich sie. Die Spitze des Glockenturms der Schinkeler „Kirche zum Guten Hirten“: Ja, die Kirche ist da – mitten im Dorf.

    Bleiben Sie gesund und munter!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 04.05.2020

    Der neue Erlass!

    Wie gebannt wartet ein ganzes Land auf den neuen Corona-Erlass. So geht es bereits seit Wochen: Neue Erlasse, Verordnungen, Reisewarnungen – daran hängt alles: Unser Familienleben, unsere Urlaubsplanungen, unser Beruf, unsere Hobbys – und womöglich unsere Existenz. Denn für viele wird es eng: Für viele Betriebe, ganze Branchen und immer auch die Menschen, die dort beschäftigt sind.

    Zwei Herzen wohnen dabei in unserer Brust: Zum einen wollen wir alle Maßnahmen mittragen, die dem Infektionsschutz dienen. Zum anderen müssen wir freien Handel und Wandel zulassen, denn die Grundrechte sind kein schöner Luxus, sondern die Grundlage unseres Gemeinwesens.

    Seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus der letzten Woche wissen wir, dass das pauschale Gottesdienstverbot, mit dem wir belegt waren, verfassungswidrig war. Wie auch immer – wie hätten wir in gutem Geist Gottesdienst feiern können, wenn wir gleichzeitig von der Sorge beherrscht wären, dass wir uns und die Menschen unserer Gemeinde, unseres Ortes dadurch gefährden. Mittlerweile greifen die Maßnahmen, mittlerweile wissen wir mehr über die Krankheit und seine Verbreitung und fangen an, über den Tellerrand unserer Wohnung hinwegzuschauen.

    Der neue Erlass, der ab heute gilt: Gottesdienste sind wieder erlaubt! Davon sollten wir Gebrauch machen. Natürlich unter der Maßgabe der staatlichen Regelungen, natürlich verantwortungsvoll, natürlich zunächst im überschaubaren Rahmen. Es sind zwar in den letzten Wochen viele Ideen entwickelt und online-Gottesdienste mit beachtlicher Reichweite gefeiert worden. Und von den neuen Ansätzen sollten wir auch viele fortsetzen. Aber eines haben wir auch gemerkt: Echte Gemeinschaft ist durch nichts zu ersetzen. Dort ist Leben.

    Pastor Frank Boysen

    Foto: Pastor Frank Boysen – Echte Gemeinschaft – beim Friedenslichtgottesdienst der Pfadfinder in St. Jürgen


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 03.05.2020

    „Jubilate“

    Freuet euch! Das galt bei Gott schon immer und zu jeder Zeit. Selbst in der Trauer, dürfen wir uns in Gott freuen. „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch“ (Philipperbrief 4,4). Heute an diesem Sonntag dürfen wir unseren Blick auch mal auf das richten, was wir Positives in dieser Ausnahmezeit erfahren. Ohne den Versuch unternehmen zu wollen, das mit den Herausforderungen und Einschränkungen gegenzurechnen. Nein, versuchen, einfach auf das zu sehen, was ich gerade Gutes erfahre. Ich nehme war, dass unsere Kinder nicht ablassen, zu erwähnen, dass sie sich mitunter langweilen. Aber ich höre auch eine Erleichterung in ihrem Ausdruck: weniger Termindruck, weniger Stress, weniger Jetzt-hier-und-dann-dort-sein-müssen. Sie können befreit spielen, ohne auf die Uhr schauen zu müssen. Das ist echt eine Freude – jetzt gerade.

    Die Freude zu sein! So wie in dieser schönen Version von „Gott gab uns Atem“.
    Mein Tipp: Einfach mitsingen!

    Einen freudigen und gesegneten Sonntag!
    P. S.: Um „Das Beste d´raus machen“ geht es auch heute im Livestream-Gottesdienst um 17.00 Uhr. Herzliche Einladung!

    Pastor Björn Ströh


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 02.05.2020

    Foto: Pastor Dirk Schulz

    „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus // da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus!“

    Ach, ja, das alte Volkslied auf den Monat Mai: Eine wundersame Mischung aus Freude und Sehnsucht spüre ich da. Vorgestern war es wieder soweit: Julia Uhlenwinkel baut ihr E-Piano auf der offenen Terrasse der Diakonie in der Süderstraße in Gettorf auf, Stefan Schwauna sorgt für Ton und Technik und auch Dirk Schulz singt aus vollem Herzen mit: Eine spontane Einladung zum „Tanz in den Mai“ (einmal ganz anders) für die Bewohnerinnen und Bewohner in den umliegenden Häusern: Blauer Himmel strahlende Sonne, frische Brise – und eine Wolkenlücke von 45 Minuten Dauer. Das reicht aus.
    Wir singen einige Volkslieder: „…Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt, // so steht mir der Sinn in die weite, weite Welt.“ Die Fenster und Türen öffnen sich. Menschen kommen, stehen oder sitzen auf Rollatoren – alles schön auf Abstand natürlich. Wir stellen die Anlage lauter, auch weiter hinten auf dem angrenzenden Grundstück Bewegung und fröhliches Winken. Und nach einigen Stücken ist sogar Willi dabei – der Hund auf der Terrasse von Frau XY. Auch der freut sich – endlich ´mal was los hier…
    Alles ganz ohne Aufwand – einfach so.
    „Mein Herz ist wie ´ne Lerche und stimmet ein mit Schall…“ Wer weiß, welche Erinnerungen da wach werden, welche Gefühle von Liebesglück und Liebesschmerz bei den Menschen, die zuhören und mitsingen? Die Gedanken beginnen zu wandern wie die Wolken am himmlischen Zelt.
    Am Ende fröhliches Winken und Händeklatschen. Eine Frau plündert ihre Vorräte, wie sie sagt: Eine Flasche Wein und Sekt für die Musiker: „Anstoßen dürfen wir ja nicht zusammen. Macht nichts. Kommt bald wieder!“

    Bleiben Sie gesund und munter!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 01.05.2020

    Das Beste d’raus gemacht!

    Wir haben in den letzten Wochen so viel über die Einschränkungen, Schwierigkeiten und auch Nöte gesprochen. Mit Recht!

    Aber! Es ist nicht nur alles schlecht, schlechter als vorher. Meinen Kindern fehlt durch den Wegfall der KiTa und der Schule nichts, wirklich gar nichts! Die haben es ja auch wirklich gut: Großer Garten, viele Geschwister, eine Mutter, die gelernte Lehrerin ist und mit den Schulkindern das „homeschooling“ durchzieht. – Trotz Corona: Wir erleben jeden Tag große Freude! Es beginnt am Morgen damit, dass die älteren Kinder durch die Schlafzimmer streifen um nachzusehen, ob die kleinen Zwillinge schon wach sind – die sind ein Sonnenschein für alle und genießen es, dass immerfort Geschwister um sie sind, die mit ihnen spielen, mit ihnen Pläne schmieden, ihnen vorlesen, für sie da sind.

    Auch die Entdeckung des Internet ist etwas Positives in dieser Zeit, kann es zumindest sein: Die Verwandten, die Großeltern schicken jetzt Bilder und Videoclips – ein herrliches Vergnügen für alle! Besser ist es natürlich, wenn wir richtig zusammenkommen. Aber mit der Verwandtschaft, die über die ganze Republik verstreut ist, sind wir auch vor Corona nicht so oft zusammen gekommen.

    Und auch für den Dienst als Pastor ergeben sich neue Möglichkeiten: Man hilft jetzt anders, man lernt über den Pfadfinder-Hilfsdienst andere Menschen kennen, die Menschen sehen uns mit anderen Augen an und wir sie. Wir lernen es, Gottesdienste in die Häuser und Zimmer der Alten und Kranken zu übertragen. All das ist eine Chance!

    Paulus schreibt: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen!“ So ist es! Die Krise als Chance. Auch unter schwierigen Bedingungen kann man etwas machen, etwas Neues entdecken, eine neue Aufgabe sehen, einen neuen Sinn finden. Die geistlose Routine ist beendet, der tägliche Trott ist abgeschafft!

    Diese Erfahrung machen viele unter uns. Gleichzeitig denken wir natürlich auch immer an die Menschen, für die diese Zeit einfach nur schrecklich ist, weil sie krank oder allein sein.

    Am Sonntag feiern wir Gottesdienst: Es ist ein moderner „Punkt-5“ Gottesdienst, leider noch einmal ohne Öffentlichkeit, aber im Live-Stream! Bitte schickt uns Eure kurzen Video-Clips. Wie die sein sollen, steht in der Ankündigung zum Gottesdienst s.u. Diese Clips zeigen wir dann im Gottesdienst unter dem Motto: „Das Beste d’raus gemacht!“

    Pastor Frank Boysen

    Foto: Pastor Frank Boysen


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 30.04.2020

    Bildquelle: Wikipedia

    „Endlich Regen“

    Vor allem für die Landwirte und die Förstereien kommt der Regen hoffentlich noch in letzter Minute. Trotzdem – viel ist es nicht. „Ein Tropfen auf den heißen Stein“, so wird es mancher empfinden. Was wir jetzt am wenigsten gebrauchen könnten, wäre eine anhaltende Trockenperiode.

    Aber auch wenig Regen tut gut. Die Gärtner unter ihnen sind erleichtert. So dass wir auch mit Psalm 104 beten können „Du feuchtest die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.“ (Ps 104, 13) Für die Trauerfeiern auf dem Friedhof ist es dank des Zeltes auch verkraftbar.

    Maskenpflicht im Nahverkehr gilt auch für mich zurzeit. Gestern Abend ging ich nochmal vor die Tür und habe frei geatmet. Was für ein Duft durch den Regen und die Kühle des Abends emporsteigt. Fast wie aus einem Storm-Gedicht:

    Und süßer strömend
    Quillt der Duft der Nacht
    Und träumerischer
    Aus dem Kelch der Pflanzen.

    (Hyazinthen)

    Wünsche Ihnen/Euch ein paar schöne Regentage!

    Pastor Björn Ströh

     


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 29.04.2020

    Foto: Pastor Dirk Schulz

    Heute hat die Maskenpflicht auch Schleswig-Holstein erreicht: Schutz voreinander in der Öffentlichkeit durch das Tragen von einfachen Alltagsmasken! Mund und Nase bedecken! Alles gut und richtig – natürlich auch, dass die „sicheren“ Schutzmasken für die Kliniken, Ärztinnen und Pfleger usw. reserviert bleiben.
    Seit Tagen schon freue ich mich über viel Hilfsbereitschaft und Kreativität bei der Herstellung der Alltagsmasken: Ganz viel wird da selbst genäht in vielen Farben und Formen, viele Menschen nähen für andere, nehmen Bestellungen entgegen, verschenken an andere, verschicken sie im Land. Meine Maske hat die Tochter von langjährigen Freunden aus der Nähe von Hannover geschickt. Die Diakonin in unserer Gemeinde, Ulla Leuschner, hat tagelang genäht, ihre Technik verfeinert und mit der Zeit ihre Produktionszahl pro Tag deutlich erhöhen können. Spaß hat es auch noch gemacht, sagt sie, vor allem dann, wenn sie die fertigen Schmuckstücke bei den Menschen abgegeben hat.
    Beim Einkaufen erkenne ich viele Menschen unter der Maske nur beim zweiten Blick: „Ach, Sie sind´s, hübsch, ihr Teil…“ Vor allem Kinder haben auch ihren Spaß, wenn sie mich jetzt so verkleidet sehen – irgendwie wie Fasching… Ja, man kommt sich näher, trotz des Abstands! Gestern gab mir eine Frau den Tipp, ich solle langsamer atmen unter der Maske, damit die Brille nicht so beschlägt! Das muss ich noch üben…
    Ja, denke ich, bei allem Ernst der Lage: Ganz ruhig aus- und einatmen – und jeden Tag überlegt handeln, wie mit der sich verändernden Situation verantwortlich umzugehen ist. Persönlich und im Beruf. Mit Humor und mit einem zuversichtlichen Vertrauen auf Gott. Auch von dem spreche ich, wenn die Leute mich fragen, was mir denn Hoffnung gibt. In der Bibel habe ich gelesen: „Seid immer bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand fragt, warum ihr so von Hoffnung erfüllt seid. Antwortet taktvoll und bescheiden und mit dem gebotenen Respekt…“
    (I. Petrusbrief, Kapitel 3, Vers 15 f.)

    Bleiben Sie gesund und munter!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz

     


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 28.04.2020

    Von Verharmlosern und Panikmachern!

    Bisher war eigentlich alles klar: Wir brauchen die Kontaktsperre, wir brauchen den „Lockdown“, um die Ansteckungen zu verringern. In einem Kraftakt scheint dies vorerst gelungen zu sein. Gott sei Dank!

    Aber jetzt wird es unklar. Allmählich wird uns bewusst, wie hoch die Kosten sind. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch menschlich. Wirtschaft – das sind auch Menschen, die leben und arbeiten und Existenzsorgen haben. Krankenhäuser – die sind auch für Menschen da, die rechtzeitig behandelt werden müssen und nicht vertröstet werden dürfen. Die Alten, die „Risikogruppe“ – das sind auch Menschen, die von Kontakten leben, von Beziehungen zu Ihren Familien. Auch für die ist der Schutz vor Corona nicht alles.

    Und darüber beginnt jetzt der politische Streit. Vollkommen zu Recht, aber auch bitter. Denn jetzt kommen Vorwürfe und Schuldzuweisungen auf den Tisch. Das ist nicht gut und vergiftet das Klima, auch unter uns. Es tut sich ein Spalt auf zwischen „Verharmlosern“ und „Panikmachern“.

    Wo stehen wir Christen in dieser Situation? Auch unter uns gehen ja die Meinungen auseinander. Aber wir sollen die Leute sein, die diese Spannung aushalten. Wir sollen die Leute sein, die jetzt die Größe haben, die andere Meinung nicht zu verteufeln. Auch wir sollen mitdebattieren. Aber wir dürfen unsere Angst oder unsere Entspanntheit nicht zum Maßstab für andere machen. In dieser Situation sollen sich Liebe, Verständnis und Großmut bewähren. Für mich ist dies eine sehr konkrete Herausforderung und Aufgabe.

    Und vielleicht sollen wir ja auch die Leute sein, die alle Aufgeregtheit vermeiden – obwohl es um viel geht! Mir persönlich fällt das nicht leicht. Auch wenn Gottesdienste wohl nach und nach wieder möglich werden – unsere ganzen schönen anstehenden Freizeiten müssen wohl ausfallen, unsere ganze wertvolle Jugendarbeit liegt danieder. Es ist ein Jammer.

    „So richtet nun euer Herz und euren Sinn darauf, den HERRN, euren Gott, zu suchen!“ 1. Chronik 22,19 – das ist die Tageslosung für heute. Wenn wir das tun, dann wird uns sehr viel einfallen, was wir gerade in dieser Situation Schönes und Sinnvolles und Notwendiges tun können!

    Pastor Frank Boysen


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 27.04.2020

    „Rembrandt-Heimkehr des verlorenen Sohns“ – Quelle: Wikipedia

    „Angst vor dem Vater“

    „Ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“
    Römer 8,15

    So lautet die Herrnhuter Losung für den heutigen Tag. Paulus schreibt im Römerbrief über die neue Freiheit der Christen.
    Nicht wenige Menschen sind mit Angst vor ihren Eltern groß geworden. Zornig, aufbrausend, leicht reizbar haben sie Vater oder Mutter erlebt und gelernt, dem Vater nicht zu widersprechen und Konflikte zu umgehen, anstatt sie auszutragen. „Geist der Knechtschaft“ nennt das Paulus. Auch im Bezug auf unsere Gottesvorstellung. Aus Angst vor Gott etwas zu tun oder zu lassen. Respekt JA, Angst NEIN. Vielleicht ist das das Thema der jüngeren Generation.

    Wie auch immer: Paulus greift auf, was Jesus über Gott gelehrt hat. ER ist kein Despot, kein Kommandeur, kein gefühlsloser Befehlsgeben. ER möchte uns mit Verständnis begegnen. Wie ein Vater, der seine Kinder liebt. Nicht Angst, sondern Liebe ist das Band zwischen Gott und Menschen.

    Rembrandt hat die Erzählung Jesu vom „Verlorenen Sohn“ (Luk 15) gemalt. Eine beeindruckende Inszenierung der biblischen Botschaft.

    Pastor Björn Ströh


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 26.04.2020

    Foto: Pastor Dirk Schulz

    Sehen lernen

    Mein Arbeitsalltag hat sich in diesen Wochen verändert: Termine können nicht wie geplant stattfinden, ihre Anzahl pro Tag ist geringer, ich kann njcht so durch den Tag rauschen. Ich merke, dass ich langsamer als sonst mit dem Auto unterwegs bin.
    An der Ortseinfahrt von Revensdorf – von Rendsburg kommend – sehe ich das bunt bemalte Schild: „Langsam Fahren. Wer zu schnell fährt, sieht das Lächeln der Menschen nicht.“ Das Schild weist hin auf die 30-km/h-Zone vor der KiTa in Revensdorf, also: abbremsen.
    Ich mag diesen bunten Hinweis und die leuchtenden Farben; lerne von der Aufschrift auf dem bunten Schild: Tempo macht blind – Sehen braucht Ruhe.

    In den Jesus-Geschichten der Bibel hat mich schon immer fasziniert, dass Jesus sich um die Leute umfassend kümmert. Jesus – so wird erzählt – heilt die Menschen an Leib und Seele und Geist. Jesus der Heiler – Jesus der Psychotherapeut. Und ich denke an die Geschichte von der Heilung des Blinden, in der Jesus für den Heilungsprozess ebenfalls Zeit braucht. Sie steht im Evangelium nach Markus, Kapitel 8: „Und sie brachten zu Jesus einen Blinden und baten ihn, dass er ihn anrühre. Und er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn hinaus vor das Dorf, spuckte in seine Augen, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas? Und er sah auf und sprach: Ich sehe die Menschen umhergehen, als sähe ich Bäume. Danach legte er abermals die Hände auf seine Augen. Da sah er deutlich und wurde wieder zurechtgebracht und konnte alles scharf sehen.“

    Der Glaube an Christus als Seh-Schule – ruhig und achtsam sehen lernen, was da ist: Das Lächeln der Menschen und so viel Schönes in Gottes bunter Welt.

    Bleiben Sie behütet!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 25.04.2020

    Christi Leib, für Dich gegeben…

    Abendmahl – lang ist’s her. Bei einigen liegt es Wochen zurück, bei anderen Jahre. Und – machen wir uns nichts vor – bei vielen liegt dies Jahrzehnte zurück. Ich denke über diese Worte – die uralt überliefert sind, die schon Paulus übernommen hat von Menschen, die vor ihm Christen waren – über diese Worte denke ich z.Zt. viel nach.

    Wir leben in einer Zeit ohne Gottesdienste. Eigentlich kann es Kirche ohne Gottesdienste gar nicht geben. Nicht nur dem Gefühl nach, sondern auch rechtlich: Gottesdienst ist ein Lebensnerv der Kirche, ob man das richtig findet oder nicht. Hoffentlich, und so sieht es ja aus, können wir bald wieder Gottesdienste feiern. Aber wie sehen diese Gottesdienste dann aus?

    Wir feiern auch jetzt schon Gottesdienste: Morgen um 10 Uhr live aus St. Jürgen, herzliche Einladung www.kirche-gettorf.de! Und wir haben auch gute Erfahrungen gemacht mit Gottesdiensten, die über das Internet übertragen werden. Da sind offenbar mehr Leute „dabei“, als am Sonntag in der Kirche. Und die Alten und Kranken sind von zu Hause mit dabei, die Kinder und Enkel können das nämlich einrichten. Und die „Risikoleute“ können dabei sein. Das ist doch eine schöne Sache. Vielleich müssen wir unseren Gemeindegliedern die Möglichkeit, beim Gottesdienst online dabei zu sein, auch in den Nach-Corona-Zeiten erhalten.

    Aber es ist dann eben doch nur der halbe Gottesdienst. Wir sind eben nur virtuell miteinander verbunden. Denn keiner hat sich aufgemacht in die Kirche, keine Begegnung findet statt, keine unruhigen Konfirmanden, der Geruch der Kirche, der Kerzen. Online ist eben doch ganz anders. Und das ist im ganzen Leben so: Die eMails und Briefe können keine Begegnung ersetzen. Eltern sind nur dann richtige Eltern, wenn sie wirklich konkret und körperlich anwesend sind. Gegenwart ist auch an dieser Stelle durch nichts zu ersetzen. Auch nicht in der Ehe. Auch nicht in einer tiefen Freundschaft. Und auch nicht beim Abendmahl.

    Im Abendmahl ist Jesus konkret da. Und wir empfangen Brot und Wein konkret. Wir schmecken es. Und wir hören und sehen uns. Und wir berühren uns. Abendmahl ist eigentlich ein gutes Beispiel für den Gottesdienst: Nur wenn wir uns mit Körper, Geist und Seele darauf einlassen, wird es rund. Es fehlt sonst irgendwas. Wie beim Telefonieren.

     Ich bin froh, dass mir das einmal so aufgefallen ist. Und ich freue mich auf Gottesdienste mit Gemeinde – wie auch immer!

    Pastor Frank Boysen


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 24.04.2020

    Bildquelle: www.flickr.com

    „Christen ohne Frieden“

    Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf der ganzen Welt. Und wie fast überall trifft es die Schwächsten am Stärksten. Dazu zählen auch Minderheiten.
    Wir haben uns spätestens seit 2015 an die Bilder und Geschichten gewöhnt, dass Menschen ihre Heimat verlassen haben und auf der Flucht nach einem neuen Platz sind, in dem sie mehr Frieden und Sicherheit für sich und ihre Familien suchen.
    Wie viele Geschichten von Unterdrückung, Gewalt und Leid hinter diesen persönlichen Schicksalen steht, habe ich erst im ganz persönlichen Austausch erfahren.
    Religionsfreiheit ist in vielen Teilen der Welt – auch in industrialisierten wie China – leider keine Selbstverständlichkeit. Es gibt viele Christen, die ihr Leben riskieren, weil sie dort, wo sie leben, sich zu Jesus Christus zählen, sie Teil einer Kirche, einer Gemeinde sind.
    Die Organisation „OpenDoors“ hat sich zum Ziel gesetzt auf die Situation dieser Christen aufmerksam zu machen. Gerade jetzt in der Corona-Pandemie sind Christen in vielen Regionen, in denen sie eine Minderheit sind, besonders betroffen. „OpenDoors“ erreichen bewegende Hilferufe von Pastoren, die befürchten, ihre Gemeindemitglieder könnten verhungern oder ohne grundlegende Gesundheitsversorgung bleiben. Mich bewegt die Situation und das Leben dieser Christen, die noch ganz anders unter Einschränkungen zu leben haben.
    Um diese Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren, bietet „OpenDoors“ jeden Samstag eine Infoveranstaltung als Livestream an, die über verfolgte Christen aus unterschiedlichen Regionen der Welt berichtet und zum Gebet für diese Menschen einlädt.
    Ich möchte Sie hiermit darauf aufmerksam machen:

    • Livestream: www.opendoors.de/livestream
    • Start: jeweils samstags um 18:00 Uhr 

    Ihr Pastor Björn Ströh

     


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 23.04.2020

    TV-Spot der SPARKASSEN. Bildquelle: YouTube.com

    „Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist – der Erdkreis und die darauf wohnen.“ (Psalm 24, Vers 1)

    In diesem Jahr feierten die Juden und die Christen weltweit ihre jeweiligen höchsten religiösen Feste an den gleichen Tagen: Die Juden das Fest mit dem Namen „Passah/Pessach“ – die Christen das Osterfest. Bei beiden Festen geht es im Kern darum: Gott hat durch sein gnädiges und befreiendes Handeln die Welt versöhnt und die Macht des Todes gebrochen. Man kann es auch so sagen: Gottes helles Ja zum Leben ist stärker als das dunkle Nein des Todes! Ja, Pessach und Ostern fanden statt – weltweit, in diesem Jahr so anders als sonst – überall „mit Abstand“. Die Botschaft der Hoffnung wird weiter erzählt.

    Und in diesen Tagen beginnt für die Muslime auf der ganzen Welt der Fastenmonat „Ramadan“. Die Botschaft lautet im Kern dabei auch: Gott überwindet die Grenzen zwischen Himmel und Erde: Es gibt einen Weg zu Gott – und es gibt einen Weg zum anderen Menschen. „Gemeinschaft“ und Frieden sind möglich! Auch die Muslime müssen ihren Fastenmonat in diesem Jahr so ganz anders feiern: Die Moscheen sind geschlossen, das tägliche Essen in Gemeinschaft am Abend – das „Fastenbrechen“ (Iftar) darf nicht wie gewohnt stattfinden. Ich lese von mich beeindruckenden Initiativen in vielen Moscheegemeinden in Deutschland – von der Solidarität auch in Sachen „Gesundheit“ und Schutz der Schwachen. Ein mir bekannter „Dönermann“ sagte mir gestern: „Ich gehe nicht viel in die Moschee. Viel Arbeit immer. Die nächste Moschee ist in Büdelsdorf oder Kiel – da kann ich nicht oft hin. Aber mit Ramadan dieses Jahr: Schwer! Wie Ostern bei Dir…“

    Mir fällt der Werbespot der SPARKASSEN ein, den ich jetzt oft vor der TAGESSCHAU sehe: „Gemeinsam da durch“. Ja, darum geht es für uns alle.

    Bleiben Sie behütet! Und: Schalom! Frieden! Salam!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 22.04.2020

    Gutes Wetter

    Foto: Pastor Frank Boysen – Ausflug ins Kaltenhofer Moor – gestern

    Ich komme gerade von einer Beerdigung auf dem Friedhof. Bei Kaiserwetter, Gott sei Dank! Und einige Menschen mehr, als ich vorausgesehen hatte. Einige Nachbarn des Verstorbenen, wegen der strengen Beschränkungen eigentlich nicht zugelassen, schielten durch die Büsche. So mussten doch dabei sein, Nachbarn seit vielen Jahrzehnten, eigentlich wie Familie – alles hat man miteinander geteilt: Freud und Leid, die Feiern und Jubiläen, die Arbeit in der Landwirtschaft. Wir haben den Kreis noch ein wenig größer gemacht und sie, unter Beachtung der Abstandsregeln, einbezogen. Und dann waren sie alle da, die unbedingt dabei sein mussten. Sogar der Wehrführer der Feuerwehr hat noch ein Wort an den Verstorbenen gerichtet. Das hat alle sehr berührt.

    Beerdigungen – das ist ein ganz heikles Thema zurzeit. Ein letzter Abschied, zudem als kirchliches Ritual begangen, erfordert Würde. Und zur Würde gehört auch, dass sich die Angehörigen sammeln können, dass sie das Gefühl haben können: „Das war ganz in Vaters/Mutters Sinne!“ Zur Würde gehört auch, dass der Verstorbene gewürdigt wird, also eine vernünftige Ansprache, die auch zu verstehen ist. Zu einer christlichen Beerdigung gehört auch Musik. Das ist seit 2000 Jahren so. Und das Evangelium: Die Botschaft, dass die Liebe stärker ist als der Tod.

    Einen Kirchenraum dürfen wir nicht nutzen. Alles findet draußen statt. Und irgendwie bekommen wir das hin. Jedes Mal ein wenig anders, aber doch im christlichen Geist: würdevoll und hoffnungsvoll. Dabei hilft uns auch der Himmel: So ein gutes Wetter seit Wochen! (Nicht für die Sommerung auf den Feldern, aber für Beerdigungen unter freiem Himmel). Und unsere Bestatter sind sehr flexibel und in jeder Situation perfekt vorbereitet. Und wenn ein „Reinfall“ droht, ein richtiger Regen, gehen wir in das Pfadfinder-Zelt – auf allen Seiten geöffnet, versteht sich.

    Also heute einmal ein Dank: an den blauen Himmel und an viele Menschen, die sich auf eine sehr veränderte Situation einstellen können. Und die Nerven behalten. Und das Eigentliche nicht aus dem Blick verlieren: Gott liebt Menschen!

    Pastor Frank Boysen


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 21.04.2020

    Foto: Pastor Björn Ströh

    „Sie hören meine Stimme“

    Ein Deich, Marschflächen, tiefstehende Abendsonne. Kennen sie diese Atmosphäre von der Nordseeküste? Ich durfte dieses Schauspiel einige Male in meinem Leben schon genießen.
    Dazu kommen die Schafe. Ein merkwürdiges Herdentier. Es steht herum, grast und hat eigentlich nicht viel zu tun.
    Dennoch ist es für den Küstenschutz von großer Bedeutung. Es tritt den Boden des Deiches fest und verhindert, dass andere Kleintiere größeren Schaden anrichten.
    Gerade jetzt im Frühjahr ist es ein Schauspiel, die Schafe mit ihren Lämmern zu beobachten. Sie sorgen füreinander, suchen den Körperkontakt und vermengen sich scheinbar zu einem kaum unterscheidbaren Wollknäuel zwischen Lämmern und Mutterschafen. Sie gehen in kleinen Gruppen ihre eigenen Wege.

    Plötzlich kommt Leben in die Herde. Die vielen kleinen Gruppierungen, die sich auf Deich und Marschen verteilt haben, fangen an sich in Bewegung zu setzen. Sie strömen aus allen Richtungen auf einen Punkt am Deich zu. Jung und Alttiere. Die sonst so ruhigen Tiere, entwickeln eine richtig Dynamik. Man hört das Blöken von nah und fern.
    Warum? Was treibt sie alle gemeinsam an?

    Mein Auge folgt der Richtung der Tiere, in die sie sich bewegen. Im Fluchtpunkt ihres Trottes trifft mein Blick auf die Straße auf der Deichkrone. Dort steht ein Auto mit Hänger. Nicht irgendeines, sondern das Auto ihres Hirten.

    Bevor ich es aussprechen kann, spricht meine Frau die bekannten biblischen Worte aus, die mir auf der Zunge liegen:

    „Meine Schafe hören meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir“ Johannes 10,27

    Jesus kannte sich mit Schafen aus! Keine Frage, wer das sieht, der versteht die bildliche Sprache von Jesus. So wie es die Hirten und andere Arbeiter es aus ihrem Alltag kannten.
    Keine Verführung, keine in die Irre leiten, keine Strafpredigt! Sie folgen seiner Stimme. Aus Vertrauen. Da gibt es Schutz, Nahrung, vielleicht sogar auch: Das Wissen, der meint es gut mit mir!
    Bin ich in einer Krise, dann habe ich Vertrauen: Ich bleibe nicht alleine zurück. Bin nicht nur auf mich selbst gestellt. Ich weiß, dass ER am Deich erscheint und rufen wird.

    Habe ich so einen Hirten in meinem Leben? Einem, den ich so sehr vertraue, dass ich ihm entgegenlaufe, weil ich ihn sehe oder sogar nur höre. Ich weiß es nicht genau. Aber ich merke, ich schaue anders auf den Deich – auf den Horizont meines Lebens. Was kommt dahinter? Ich will und werde seinen Ruf nicht verpassen.

    Pastor Björn Ströh


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 20.04.2020

    Foto: Pastor Dirk Schulz

    „Lobet den Herren, alle, die ihn ehren; // lasst uns mit Freuden seinen Namen singen // und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. // Lobet den Herren!“ (Evangelisches Gesangbuch, Nr. 447)

    „Ach, Herr Schulz, wir wollen das Beste daraus machen. Da müssen wir nun durch. Meine Frau weiß auch so, dass wir sie lieb hatten. Auch wenn jetzt nicht alle aus der großen Familie zur Beerdigung kommen dürfen.“ So sagte es mir ein alter Mann, dessen Frau wir in der vergangenen Woche beerdigt haben. Und tatsächlich: Bei der kleinen Zeremonie am Grab in engstem Kreis strahlt der Himmel blau, die Sonne scheint, die Vögel singen auch mit, einige Bienen und Hummeln haben ganz schnell die schönen Blumengestecke entdeckt, die da am offenen Grab liegen. Der alte Mann sitzt entspannt auf der Bank, die wir ihm mal eben dorthin gerückt haben. Am Ende bedankt sich eine Tochter: „War doch schön. Mutti hätte sich gefreut – sie war sowieso immer am liebsten draußen…“

    Am Sonntag läuten die Glocken von St. Jürgen in Gettorf, drei Menschen sind da. Wir singen ein Morgenlied, lesen einen kurzen Text aus der Bibel und ich zünde zwei Kerzen für die Verstorbenen an, die wir auf unseren Friedhöfen in den letzten Tagen beerdigt haben. Ich hatte den Angehörigen versprochen: Sonntag wird eine Kerze für sie in der Kirche brennen und wir beten für sie.

    Mittags ruft mich eine Frau an und bedankt sich „bei der Kirche“ für die schönen Gottesdienste, die sie am Vormittag im Fernsehen gesehen hat, und für die Briefe, die sie von der Kirche bekommen habe: „Geht doch auch. Wir halten zusammen!“

    Bleiben Sie behütet!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 19.04.2020

    Aus der Not eine Tugend machen

    frei nach Röm 8,28 „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“

    Heute ist Sonntag! Der Herrentag – so wurde dieser Tag von den ersten Christen bezeichnet. Und jeder Sonntag ist ein Erinnerungstag. Das alttestamentliche Gebot, den Feiertag zu heiligen, bezieht sich für die Juden auf den Sabbat. Der Sabbat erinnert an die Schöpfung und den siebten Tag der Woche, an dem Gott ruhte. Der Sonntag ist der erste Tag der Woche, an dem die Frauen, die zum Grab gingen, davon überrascht wurden, dass das Grab leer war. „Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!“

    Dieser Tag ist deshalb zum christlichen Feiertag geworden: Ein Ostern-Erinnerungstag. Jede Woche, das ganze Jahr hindurch. Mit Ostern steht und fällt der Glaube der Christen. Mit dem Sonntag, der sich ganz und gar auf Ostern bezieht, steht und fällt christliche Tradition und kirchliches Leben. Die Sonntagsheiligung stellt die Verbindung zum Ursprung des christlichen Glaubens her.

    Der Ausfall des Gottesdienstes in unserer Gemeinde, nunmehr seit vielen Wochen, ist ein Drama. So etwas hat es in den 700 Jahren des Bestehens von St. Jürgen nach allem, was wir wissen, bisher nicht gegeben. Das muss sich bald wieder ändern.

    Ich werde mir heute einen online-Gottesdienst aus Kiel ansehen (ehrlich gesagt, sogar zwei, denn ich klicke hin und her…). Ich nutze die Gelegenheit und besuche liebe Kollegen, zu denen ich sonst nicht in den Gottesdienst kommen kann.

    Aus der Not eine Tugend machen – das können wir in dieser Situation ja auch noch tun. Viele Möglichkeiten sind uns versagt – aber es bieten sich gleichzeitig neue Möglichkeiten. Ich werde heute Abend einmal Briefe schreiben! Und ich überlege mir, wen ich schon lange hätte anrufen wollen. Das mache ich jetzt einfach mal. Oder ich frage, was ich jetzt tun kann, wo ich gebraucht werde. Am Samstag habe ich zusammen mit 40 Pfadfindern mitgeholfen, den Gettorfer Tierpark wieder startklar zu machen…

    Pastor Frank Boysen

    Foto: Pastor Frank Boysen – „Tom Wietschorke, Bernh. Uhlenwinkel, Louisa Andersen, „Aki“ Albrecht, Emma Kröger, Lukas Bebnitz“


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 18.04.2020

    Foto: Pastor Dirk Schulz

    „Wir pflügen und streuen // den Samen auf das Land, // doch Wachstum und Gedeihen // steht in des Himmels Hand.“ (Evangelisches Gesangbuch, Nr. 508)

    Seit Tagen prächtige Sonnenaufgänge in der Früh. Die Natur entfaltet sich – Gottes gute Schöpfung lebt auf: Es grünt und blüht um uns herum und es duftet wunderbar. Die Vögel stehen früh auf, zwitschern dem Tag entgegen. Sonst ist es still.

    Nein, nicht ganz: Auch andere Menschen stehen früh auf! Ich höre die Schlepper und Traktoren in der Nähe und in der Ferne. Da sind fleißige Leute längst unterwegs und sind beschäftigt mit der Frühjahrsbestellung der Felder: Sie pflügen die Äcker, bereiten alles vor und säen aus den Samen auf das Land. Ich spüre eine kindliche Freude in mir über den Motorenlärm: Da machen fleißige Leute zum Glück ihren „Job“ und sorgen dafür, dass es auch in Zukunft Grundnahrungsmittel gibt. Auch in Zeiten der Corona-Pandemie gibt es Menschen, die dafür sorgen, dass das Leben einfach ganz normal weitergehen kann: Ja, Landwirtschaft rettet Leben – bei uns und in anderen Teilen dieser schönen Erde!

    Ich kann keinen Trecker fahren und auch keines dieser modernen „Ungeheuer“, mit denen die Gülle ausgefahren wird. Aber ich weiß, dass das Leben weitergehen muss und wird: Auch der nächste Winter kommt bestimmt. Dann soll gelten bei uns: Heizung aus – Ofen an!
    Also hacke ich in diesen Tagen in meiner Freizeit mit großer Lust Holz. Nach einigen Stunden bin ich völlig „alle“ – aber der Stress ist weg, Ärger und Wut in mir haben sich irgendwie verwandelt und ich schwitze und rieche wie ein Puma. Und vor allem: Am Ende sehe ich einen großen Haufen fertig bearbeitetes und aufgestapeltes Holz vor mir. Super!
    Ganz zufrieden bin ich – und denke an die Jungs auf den Treckern: Ja, es gibt für uns viel zu tun – und Gott wird das Seine dazu geben: Seinen Segen!

    „Alle gute Gabe // kommt her von Gott dem Herrn, // drum dankt ihm, dankt, // drum dankt ihm dankt, // und hofft auf ihn!“

    Bleiben Sie behütet!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 17.04.2020

    Wie schnell das alles geht!

    Die Corona-Angst hat sich auf die Kinder übertragen. Unser Familienleben liefert uns täglich viele Beispiel. Unsere dreijährigen Mädchen wissen bestens Bescheid, nachdem ihnen sogar verboten worden war, ihre Großeltern zu berühren. Jetzt malen sie Bilder, wo die Grashalme auf Abstand stehen – „wegen Corona“ erklären sie wichtig. Zwei ältere Kinder spielen das Spiel: Wer zuerst lacht, hat verloren. Eine Dreijährige kommt dazu: „Warum dürft Ihr nicht lachen? Wegen Corona?“ Und jetzt melden die dreijährigen Zwillinge ernsthafte Bedenken bei der Unterbringung der Meerschweinchen an. Dabei haben wir ja schon die Böcke von ihren Müttern und Schwestern getrennt – aber das reicht jetzt nicht mehr. Unterbringung zu zweit wird jetzt gefordert! Die Lage ist ernst!

    Und dann die Bundespresskonferenz – noch keine Entwarnung. Aber dann die Umsetzung in den Ländern: Veranstaltungen mit bis zu 1000 Menschen sollen erlaubt sein, der Tierpark öffnet und die Geschäfte. Das hört sich sehr konkret nach Entspannung an. Wie schnell das alles geht!

    Und dann die Zeitungen heute morgen: Die Berichte über die negativen Folgen des „Lockdowns“ schießen wie Pilze aus dem Boden. Armut und Verzweiflung in den Entwicklungsländern, katastrophale Wirtschaftsdaten in den Industrienationen, eklatanter Leerstand von Intensivkapazitäten in den Krankenhäusern verbunden mit dem dringenden Appell, die Regelversorgung wieder aufzunehmen, die verschobenen OPs durchzuführen, wartende Krebspatienten zu versorgen.

    Bitte kein Vorwurf von Kirche in irgendeine Richtung, bitte kein Vorwurf von Pastoren, die wirtschaftlich gesehen ja auch gar nicht zu den Betroffenen gehören. Die eher vorsichtig agierende Politik hat natürlich recht – Gott sei Dank haben wir umsichtige Politikerinnen und Politiker. Aber die Stimmen der Notleidenden, Mitleidenden, Vereinsamten, Kranken haben ja auch recht. Und alles hängt ab von unserer Wirtschaft, auch unser Gesundheitssystem.

    Was können wir Christen beitragen? Wir begegnen einander vorsichtig, aber herzlich. Dabei können wir ja auch einmal in Worte fassen, was wir nicht in die gewohnte Umarmung hineinlegen können. – Wir lassen uns nicht von Ängsten leiten und von einer Hysterie anstecken, aber wir verhalten uns verantwortungsvoll. – Und wir lenken den Blick auf Gott, er uns das Leben gegeben hat. Der wird uns tragen. Auch in dieser Zeit.

    Pastor Frank Boysen

    „Pfadfinderfamilie“ Andreas Sprung/Wenke Bartsch holen aus den Hüttener Bergen gespendetes Tierfutter für den Gettorfer Tierpark


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 16.04.2020

    „Lobe den Herrn, meine Seele; und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat!“
    (Psalm 103, Vers 2)

    Auf dem Foto sehe ich ein buntes Kreuz. Es hängt in einem Fenster unserer Evangelischen KiTa „Regenbogen“ in Gettorf. Mir springt die besondere Form des Fensters ins Auge: Ein Quadrat, gedreht mit den Ecken spitz oben, an den Seiten und unten: Ein Karo. Dadurch kommt das Kreuz in der Mitte besonders zur Geltung: Leuchtende Farben, hell und dunkel, Kontrast von schwarz bis weiß. Dazu das Ganze in Sonnenlicht getaucht.

    Dieses Kreuz ist mir zu einem Zeichen für Ostern geworden: Das neue bunte Leben springt gleichsam heraus aus der schwarzen Mitte. So wie es auch bei Jesus war am Ostermorgen: Das Grab war leer. Jesus ist auferweckt worden. Nicht irgendwo im Nirgendwo ist das Wunder geschehen. Sondern das Wunder ereignete sich in der Grabhöhle: Das Neue sprang heraus aus dem Dunkel. Das war die Wende vom Tod zum Leben!

    Das Leitwort unserer Evangelischen KiTas heißt: „Mit Gott groß werden“. Was soll das heißen? Das bunte Kreuz auf dem Foto sagt es aus. Genau darum geht es das ganze Leben lang: Ich will groß werden und stark im Glauben an Gott, der die Wende vom Dunkel ins Helle schafft! Mitten im Leben – jeden Tag neu. Nichts und niemand muss stecken bleiben im Dunkel. Alles kann verwandelt werden. Darum kann ich fröhlich beten und singen: „Lobe den Herrn, meine Seele; und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat!“

    Bleiben Sie behütet!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 15.04.2020

    Frühlingsboten

    Mit den vielen Frühlingsboten, die um uns herum blühen, nähern sich jetzt auch die Zeichen der Entspannung. Es wäre ja zu schön, wenn wir wieder zurückfinden dürften zur dem, wie es vorher war. Zu herzlicher Begrüßung und Umarmung, zu Küsschen links und am besten auch rechts. Aber ich habe mittlerweile auch Angst. Die Corona-Krise hat so viel Misstrauen gesät. Mein Nächster ist möglicherweise Träger einer schlimmen Infektionskrankheit. Ich selbst kann zum Überträger einer tödlichen Krankheit werden, ohne es zu wissen.

    Auch die maßvollen und überlegten Reden der deutschen Politiker helfen mir nicht mehr. Wenn wir lockern, dann liegt darin die unberechenbare Gefahr eines erneuten Aufflackerns, eines Rückfalls. Über allem thront der Dämon!

    Auch der Bundespräsident hilft mir nicht, wenn er alle, die sich an die Kontaktsperre gehalten haben, zu Lebensrettern ernennt. Und die, die sich bewegen mussten, die arbeiten mussten, die persönliche Kontakte aus gutem Grund aufrecht erhalten haben – die sind dann Gefährder?

    Man kann diese Interpretation als übertrieben ansehen. Aber ich habe einfach die Sorge, dass die Unbefangenheit, mit der wir einander bisher begegnet sind, dahin ist. Und sie kehrt, wenn überhaupt, erst in ferner Zukunft zurück. – Und ich erlebe Menschen, vielleicht von Natur etwas ängstlicher, die in dieser Zeit panische Verhaltensweisen an den Tag legen. Sie blicken angstvoll auf alles: Die Zukunft, ihre Mitmenschen, ihre eigene Gesundheit. An diese Menschen kommt man fast nicht mehr ‚ran.

    Corona hat unsere Seelen infiziert. Auf jeden Fall wird der seelische Schaden längerfristig spürbar sein als die Pandemie selbst – soviel lässt sich jetzt schon sagen.

    Wir brauchen Ostern! Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen. Und sein Geist lebt und macht fröhlich. Als der berühmte Theologe Karl Barth kurz vor seinem Tode mit seinem Kollegen und Freund Eduard Thurneysen telefonierte, schärfte er diesem ein – und das waren dann so etwas wie seine letzten Worte: „Es wird regiert!“ Er wollte damit sagen: Diese Welt und mein Leben und Dein Leben ist in Gottes Hand. Darauf können wir uns verlassen. In diesem Glauben können wir ruhig werden.

    Pastor Frank Boysen

    Bild: denisismagilov – AdobeStock


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 14.04.2020

    Foto: Stefan Schwauna

    „Ich will Gott, den HERRN, loben allezeit;
    sein Lob soll immerdar in meinem Mund sein!“ (Psalm 34, Vers 2-3)

    Welch ein Glück in diesen Tagen über Ostern: Die Sonne scheint, das Grün bricht durch in der Natur. Die ersten Blumen entfalten ihre farbigen Blüten: „Nun will der Lenz uns grüßen“ – eines der Volkslieder, die ich kenne von klein auf.

    Und wie leicht ist es, Menschen auch in diesen Tagen eine Freude zu machen: Zu einem kleinen Frühlingssingen am Karsamstag auf der Terrasse des „Diakonievereins Dänischer Wohld“ in der Süderstraße in Gettorf stehen wir da wie auf einer Freilichtbühne: Unsere Kirchenmusikerin Julia Uhlenwinkel und ich – mit unserem Küster Stefan Schwauna für Transport und Technik. Alles ganz ohne großen Aufwand – und siehe da: Als wir starten um 17.00 Uhr öffnen sich Fenster und Türen der umliegenden Wohnungen. Einige Menschen sitzen auf Stuhl oder Rollator und mit einer Wolldecke geschützt mit entsprechendem Abstand auf der Rasenfläche rundherum. Manche haben ein Gesangbuch dabei. Andere weiter hinten sitzen auf ihrer Terrasse in der Sonne und hören zu. Wieder andere werden angelockt von den bekannten Melodien: „Der Winter ist vergangen“, „Kein schöner Land in dieser Zeit“…

    Und auch ein eingängiges kleines Lied aus der Gemeinschaft von Taizé singen wir: „Meine Hoffnung und meine Freude // meine Stärke, mein Licht // Christus meine Zuversicht // auf Dich vertrau ich und fürcht mich nicht // auf Dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“

    Nach 30 Minuten sagen wir Adieu und wünschen „Frohe Ostern!“. Die letzten Wörter von dem Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ versteht in diesen Tagen sicher jeder ganz unmittelbar: „… und lass uns ruhig schlafen, // und unsern kranken Nachbarn auch.“

    Bleiben Sie behütet!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Ostermontag – Pastor Björn Ströh – 13.04.2020

    Bildquelle: Wikipedia

    Was gibt es zu feiern? Ostern!

    Bei einem Besuch im dänischen Christiansfeld gefielen mir die Häuser im warmen gelben Ziegelstein. Die ursprüngliche kleine Siedlung der Herrnhuter Brüdergemeine wurde am 1. April 1773 kurz vor Ostern mitten auf dem Feld neu errichtet. Ein bisschen utopisch, ein bisschen enthusiastisch klang für mich die Vision der Gründer: Eine Siedlungsgemeinschaft, die sich ganz auf den christlichen Glauben ausrichtet. Auch in Architektur und Kunst. Im Zentrum natürlich die Kirche. Aber warum sind die Häuser alle einheitlich gelb? „Gelb ist die Farbe der Auferstehung“, bekam ich als Antwort. Wie das Morgenlicht, das von Osten her scheint. Vom Osten erwarten wir die Auferstehung. Unsere Kirchen sind in diese Richtung ausgerichtet. Kein Zufall, dass das Wort Ostern in Verbindung mit der altgermanischen Bezeichnung für Osten steht. Mein Leben, mein Umfeld und sogar Häuser nach der Auferstehung, dem Leben auszurichten, das habe ich selten so konkret wie hier erlebt. Viel wärmer als weiß, viel stärker als die Dunkelheit. Zuletzt der Friedhof: Kein Abschiedsort. Sondern Durchgang zum Leben mit Gott. „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“, sagt Jesus Christus. Diese Wärme, dieses Licht und dieses neue Leben zu feiern, das gilt besonders in diesen Zeiten. Von Ostern geht eine Botschaft an uns, die überall gefeiert werden kann, in Christiansfeld, in unseren Kirchen, aber auch in jedem Haus: „Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!“
    Gesegnete Ostern!

    Pastor Björn Ströh


    Gottes Wort für jeden Tag – Ostersonntag – Pastor Frank Boysen – 12.04.2020

    Foto: Pastor Frank Boysen

    Christ ist erstanden!
    von der Marter alle,
    des soll’n wir alle froh sein,
    Christ will unser Trost sein!

    Das uralte Osterlied – heute singen wir es in der Kirche! Und Ihr könnt dabei sein – virtuell, immerhin. Einfach den Link auf unserer Homepage klicken!

    Keine öffentlichen Gottesdienste – das hat es noch nie gegeben. Aber das ändert nichts an der Botschaft „Christ ist erstanden“!

    Das Leben siegt über den Tod. Wir erleben ja auch anderes. Auch in dem Sinne, dass sich das Gute nicht immer durchsetzt. Aber im Glauben an Jesus Christus erleben wir auf der anderen Seite, dass das Leben siegt. Viele von uns erleben in diesen Tagen eine – andere – christliche Gemeinschaft, die trägt, die tröstet, die hilft, die sich etwas einfallen lässt. Und das ist doch das Gute an dieser schwierigen Situation: Wir müssen alle miteinander überlegen, wie wir unter diesen Umständen glaubwürdig und liebevoll und fröhlich und hoffnungsvoll und hilfsbereit Ostern feiern können!

    Also: Noch einmal nachdenken: Was bedeutet Ostern eigentlich, was ist da passiert. Und: Was hat das mit mir zu tun? Wo kann ich – durch ein gutes Wort, ein kleines persönliches Opfer, eine kluge Idee, eine spontane Hilfe – unserer christlichen Hoffnung ein Gesicht verleihen, eine konkrete Gestalt verleihen. Ostern auf eine neue Weise konkret machen – das geht in diesem Jahr besser als jemals zuvor.

    Der Pfadfinderhilfsdienst hilft in diesen Tagen dem Gettorfer Tierpark, aus der näheren und weiteren Umgebung gespendetes Tierfutter heranzuschaffen. Völlig neue Aufgabe, alles ganz anders als geplant. Aber wunderbar! Wir brauchen uns! Und können uns aufeinander verlassen – und Mensch und Tier freuen sich!

    In der Gemeinschaft der Jesusanhänger ist der auferstandene Jesus sichtbar, erfahrbar, spürbar geworden. Und in unserer Gemeinschaft geschieht dies auch noch heute.

    Christ ist erstanden!

    Pastor Frank Boysen


    Gottes Wort für jeden Tag – Ostersonnabend – Pastor Dirk Schulz – 11.04.2020

    Foto: Pastor Dirk Schulz

    Stille Tage. Heute Morgen um 6 Uhr sehe ich hell schimmernden Tau auf dem Rasen und ein glühendes Morgenrot am Himmel. Die Vögel zwitschern ihr Morgenlied in Tausend Stimmen.
    In den „Kieler Nachrichten“ war am Donnerstag unter dem Foto der St. Jürgen-Kirche in Gettorf zu lesen: „St. Jürgen wird Ostern zum Funkhaus für die gute Botschaft.“

    Ja, dafür ist die Kirche da: Hoffnung hamstern – Hoffnung teilen! Darum hören wir die Texte der Bibel und erzählen weiter von der Hoffnung, die uns trägt: „Bei Gott ist kein Ding unmöglich.“ (Lukas 1, Vers 37). Wie es das Osterlied sagt:

    „Christ ist erstanden“ (Evangelisches Gesangbuch, Nr. 99)
    Es ist eines der ältesten deutschen Lieder überhaupt. „Christ ist erstanden“; es ist fast 1000 Jahre alt. Üblicherweise werden in manchen Kirchen Osternächte gefeiert oder Gottesdienste ganz früh am Morgen und im Licht des Sonnenaufgangs singen alle dieses Lied: „Des solln wir alle froh sein.“ Christus ist auferstanden.
    Warum ist gerade dieses Lied weltweit so bekannt? Ich glaube, weil es so klar sagt, was eigentlich doch so schwer zu verstehen ist. Der Mensch Jesus, Gottes Sohn, ist vom Tod auferstanden. Er war tot – Gott aber hat ihn auferweckt. Also ist Gott stärker als der Tod.

    Diese Kraft, dieser Glaube, machen mein Leben reich: Das Leben siegt. Natürlich weiß ich nicht, wie Leben nach dem Tod genau aussieht. Aber ich glaube: Bei Gott ist alles gut aufgehoben. Das hilft mir, mein Leben ohne Angst zu leben.
    Christ ist erstanden! Das gilt. Auch für die Kirche als Funkhaus.

    Bleiben Sie behütet! Und gesegnete Ostern!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz

     


    Gottes Wort für jeden Tag – Karfreitag – Pastor Björn Ströh – 10.04.2020

    Foto: Pastor Björn Ströh

    Leiden überwinden

    „Ein evangelischer Theologe hatte mit dem berühmten Psychologen Carl Gustav Jung 1938 ein kurzes Gespräch. Jung wies auf eine Nachbildung eines Kirchenglasfenster, das die Kreuzigung Christi darstellte, und sagte: „Sehen Sie, das ist doch das Entscheidende für uns“ Als der Theologe ihn fragte, warum er das sage, antwortete Jung: „Ich komme gerade aus Indien, da ist mir dies von neuem aufgegangen. Der Mensch muss mit dem Problem des Leids fertig werden. Der östliche Mensch will sich des Leidens entledigen, indem er es abstreift. Der abendländische Mensch versucht, das Leiden durch Drogen zu unterdrücken. Aber das Leiden muss überwunden werden, und überwunden wird es nur, indem man es trägt. Das lernen wir alle von Christus.“ (frei nach Hoffsümmer, Kurzgeschichten 4)

    „Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wie aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Jesaja 53,4f.

    Der Karfreitag lädt Gott uns ein, unsere Augen vor dem Leid nicht zu verschließen. Wir tragen Leid, wenn wir es teilen. Wir tragen Leid, wenn wir es benennen. Gott möchte uns mit dem Kreuz nicht nur einen Ort geben, wo Leid zum Ausdruck gebracht werden darf, sondern auch wo wir Lasten abgeben dürfen und erfahren dürfen, dass Gott sie für uns trägt. Er will Frieden für uns!

    Wo gibt es Leid in meinem Leben?

    Wem kann ich davon erzählen?

    Wer hilft mir dieses Leid zu tragen?

    Kann ich mir den Frieden Gottes zusprechen lassen?

    Pastor Björn Ströh


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 09.04.2020

    Brauchen wir Kirche?

    Es ist bitter. Zu Karfreitag und Ostern keine Gottesdienste in unseren Kirchen. Das hat es seit Menschengedenken nicht gegeben. Der Staat hat alles dichtgemacht, was nicht unbedingt nötig ist. Nicht unbedingt nötig: dazu gehören auch die Kirchen. Und wir haben uns das gefallen lassen. Ich fürchte mich vor den Folgen, dem tiefen Schaden, der jetzt entstanden ist.

    Aber wir leben und wir arbeiten und wir feiern Gottesdienste – mit allen, die bereit sind, sich an den Feiertagen vor einen Bildschirm zu setzen. Karfreitag geht es los: Eine Andacht um 10 Uhr mit Pastor Schulz. Am Sonntag um 10 Uhr dann der erste Live-Gottesdienst, den wir je gemacht haben! Pastor Ströh feiert mit uns. – Und am Ostermontag um 17 Uhr „Punkt-5“ Gottesdienst, ebenfalls live aus St. Jürgen. Den werde ich halten.

    Es hilft ja alles nichts: Wir müssen das Beste aus diesen Zeiten machen. Auch persönlich, auch in unserem Umfeld. Es gibt immer noch viel Gutes, was wir tun können: Nachbarschaftshilfe, Briefe schreiben, dort anrufen, wo ich schon lange einmal anrufen wollte.

    Und Dankbarkeit lernen, dazu ist jetzt einmal Ruhe und Gelegenheit. Dankbar dafür, dass es mir gut geht, dass ich ein Dach über dem Kopf habe, dass ich es warm habe und dass ich in der Sonne spazieren gehen kann. Und dass da Menschen sind, die uns durch diese Krise bringen: In den Krankenhäusern, in den Ämtern und in der Regierung. Danke!

    Pastor Frank Boysen


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 08.04.2020

    Text beim Foto: Dirk Schulz – 9.4.2019

    Der 9. April 1945 war ein Montag. Unter schwerer Bewachung von Angehörigen der SS war eine Gruppe von Gefangenen aus dem Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar in das Lager Flossenbürg/Oberpfalz verfrachtet worden. Zu ihnen gehörten einige der führenden Männer, die das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 und den damit verbundenen Staatsstreich geplant hatten: Admiral Canaris und General Oster und auch der evangelische Pastor Dietrich Bonhoeffer. Nach einem nur wenige Minuten dauernden Standgerichtsverfahren wurden die Männer zum Tod durch den Strang verurteilt und im Morgengrauen des 9. April im Lager Flossenbürg erhängt.

    Am morgigen 9. April 2020 jährt sich der Todestag Dietrich Bonhoeffers und der anderen Widerständler gegen Hitler und sein verbrecherisches Regime zum 75. Mal. Die Nazis hatten ihre Namen auslöschen wollen – die Erhängten wurden verbrannt, Gräber sollte es nicht geben. Aber, es kam anders: Die Namen der NS-Gegner wurden nicht vergessen – und Dietrich Bonhoeffer wurde zum Kronzeugen von Protest und Widerstand und zu einem weltweit hoch geachteten Märtyrer des 20. Jahrhunderts. Ein Lehrer der Frömmigkeit und der Kirche, der Christinnen und Christen dazu inspiriert, ihren eigenen Weg im Glauben zu finden. Und ihre eigene Sprache, in der sie ihren Glauben ausdrücken.

    Bei uns in der Familie sind sein Geburtstag am 4. Februar und sein Todestag am 9. April seit vielen Jahren kleine Festtage: Da gibt es frische Brötchen zum Frühstück – sogar im Morgengrauen vor der Schule. Ja, sich erinnern kann auch heißen: Jemanden lieb gewinnen und ehren mit leckeren Brötchen.

    Morgengebet von Dietrich Bonhoeffer, 1943

    Gott,

    zu dir rufe ich am frühen Morgen

    hilf mir beten und meine Gedanken sammeln;

    ich kann es nicht allein.

    ——————————-

    In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht

    ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht

    ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe

    ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden

    in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld

    ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt

    den rechten Weg für mich.

    Bleiben Sie behütet!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 07.04.2020

    Bild: Hitda-Codex

    Keine Angst!?

    Jesus sprach zu den Jüngern: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr keinen Glauben?

    Menschen gehen sehr unterschiedlich mit ihrer Angst um. Das nehme ich auch in der Coronakrise war. Einige lassen sich sehr von ihrer Angst leiten. Andere trotzen allen Angstgefühlen mit Selbststärke. Wieder andere verschließen ihre Augen vor allen Gefahren, um sich mit den Umständen nicht beschäftigen zu müssen.

    OK! Wie mache ich das eigentlich? Ich empfinde eigentlich keine richtige Angst. Die Bilder aus dem Fernsehen passen noch nicht mit der Wirklichkeit zusammen, die ich erlebe. Natürlich bekomme ich die Not vieler Älterer mit, die unter den Einschränkungen leiden und sich alleine fühlen. Vielleicht sehe ich mich nicht in Gefahr, weil ich mich nicht zur Risikogruppe zähle, ich im Grunde genommen auch nicht alleine bin und ich noch meiner Arbeit nachgehen kann.
    Trotzdem weiß ich, dass ich nie ganz sicher sein kann, dass ich nicht auch erkranken könnte. Der Verlauf auch bei mir kompliziert sein könnte. Die Betten, wenn ich sie bräuchte, leider alle besetzt sein könnten.

    Was mich eher ermutigt, vorsichtig zu sein, nicht alles draufankommen zu lassen und auf Besuche zu verzichten, ist der Schutz der Anderen. Ich akzeptiere die Grenzen, die Andere ziehen, den Sicherheitsabstand, den sie für sich beanspruchen, die gesetzlichen Einschränkungen aus Solidarität.

    Die Frage von Jesus an seine Jünger ist in einem, wie ich es empfinde, viel dramatischerem Umstand gestellt: Sturm, tobende Wellen, kurz vor Schiffbruch. Die Jünger im Sturm.
    Aber die Frage, die er stellt, trifft uns heute genauso. „Was seid ihr so furchtsam?“ Klar, wir hängen am Leben. Keine Frage! Das tue ich auch. Ob Corona, Unfall, Schiffbruch oder Krankheit, alle Krisen stellen die Frage nach unserem Glauben: Was ist dein Glaube?

    Ich glaube, mein Leben ist zeitlich begrenzt, bestückt mit Zeiten des Segens und des Loslassen-Müssens. Gott hat mich in diese Welt gesetzt und wird mich wieder herauslösen. Ich glaube, dass Jesus Christus mich ans Ufer der Ewigkeit bringen wird, auch wenn der Sturm hier tobt und ich drohe Schiffbruch zu erleiden. Dank sei ihm dafür!

    Der Glaube ist eine Kraft, die in Krisen wachsen kann. So wie bei den Jüngern im Sturm: Sie haben zwar Angst, aber ihr Glaube ist immerhin doch so groß, dass sie sich in der Not an Jesus Christus wenden.

    Pastor Björn Ströh


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 06.04.2020

    Es reicht langsam

    Neue Erfahrungen machen wir alle in diesen Tagen. Manchmal komme ich nicht hinterher, obwohl ich jetzt bereits in den frühen Morgenstunden zwei Zeitungen lese. Plötzlich ändert sich der Ton, die Stimmung kippt, ein veränderter Umgang, ein neuer Zugang. Apropos neuer Zugang. Ein Nachbar, der mich (und ich ihn) bisher nur am Rande wahrgenommen habe, grüßt plötzlich aus der Entfernung mit schenkenden Armen. Ich grüße zurück, genau so überschwänglich. Rührend! Irgendwie wird es so still um uns und Menschen vereinsamen und freuen sich über jeden Kontakt.

    Und dann das andere Beispiel: Bedrohungsszenarien, wenn ich mich nicht an die Abstandsregeln halte („bitte stellen Sie den vorgeschriebenen Abstand zu mir her!“). Wer hätte sich vor wenigen Wochen vorstellen können, dass es einmal so weit kommt?! Mit meinen Kindern kann ich gar nicht mehr einkaufen gehen – die sind noch klein und können nicht von einem Moment auf den anderen ihr Verhalten und Benehmen in der Öffentlichkeit umstellen. Die sind ganz erschrocken, wenn sie oder ihr Vater bierernst und bitterböse angeranzt werden.

    Und man liest mittlerweile von demolierten Autos mit ortsfremden Nummernschildern. Und Umfragen belegen, dass die Bereitschaft, andere wegen nicht eingehaltener Regeln anzuzeigen, sprunghaft steigt. Und der moralische Druck nimmt massiv zu: Wer sich nicht an die Regeln hält, gefährdet Menschenleben!

    Ich finde, es reicht langsam. Die negativen Effekte dieser Krise lassen sich nicht nur in der Wirtschaft und dem Geschäftsleben beobachten, sondern beschädigt mehr und mehr unser Miteinander. – Was können wir tun? Auf der einen Seite das Ziel des Infektionsschutzes beachten und auf der anderen Seite Großmut und Gelassenheit leben. Diese Haltung steht uns Christen durch unseren Glauben zur Verfügung.

    Pastor Frank Boysen


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 05.04.2020

    Foto: Ulrich Velten / pixelio.de

    Alles ist vorbereitet: Die notwendige Erlaubnis von Seiten der Leitung des Alten- und Pflegeheims im Hainweg in Gettof ist da. Julia Uhlenwinkel für die Musik, Stefan Schwauna für Transport und Technik sind bereit, Dirk Schulz auch. „Die güldne Sonne“, „Nun will der Lenz uns grüßen“, „Alles Vögel sind schon da“ … – die Lieder sind ausgewählt, das Bibelwort für den Palmsonntag auch: „Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!“ (Matthäus 21, Vers 9) Alles ist fertig für die Andacht und das Frühlingssingen im Garten der Seniorenwohnanlage. Selbstverständlich werden wir drei das Haus nicht betreten, sondern großen Abstand halten. Aber die Schiebetüren zum großen Speisesaal im Erdgeschoss und die Fenster in den oberen Etagen sollen geöffnet sein – und unsere Stimmen durch Mikrofone sollen nicht nur schön, sondern auch laut klingen. „Ja, kommen Sie gerne!“, sagt mir die Pflegedienstleitung am Telefon, „Sie werden den Bewohnerinnen und Bewohnern sicher eine Freude machen. Es ist für alle hier eine schwere Zeit!“

    Dann kommt am Freitag die neue Verfügung des zuständigen Gesundheitsamtes im Kreis mit noch schärferen Vorschriften zum Kontaktverbot: Nicht nur ein Pflegeheim, sondern auch das Außengelände eines Pflegeheimes darf von Besuchern nicht mehr betreten werden! Die verantwortliche Frau aus dem Heim benachrichtigt mich umgehend: „Wir müssen das Singen absagen für Sonntag! Alles richtig; aus Vorsicht – aber sehr schade und traurig. Jeden Tag wird die Luft dünner für uns…“

    Traurig sage ich Julia Uhlenwinkel und Stefan Schwauna ab – und schreibe stattdessen einen kurzen Brief an die Pflegedienstleitung: „Ihr sollt wissen: Am Sonntag läuten die Kirchenglocken auch für Euch / Sie alle! Die Kirchen müssen zu bleiben, aber es werden Menschen beten und singen.“ Ich selbst auch – vermutlich mit Tränen in den Augen.

    Bleiben Sie behütet! Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 04.04.2020

    Foto: www.piqsels.com

    „Gott sitzt in einem Kirschbaum“

    Ein schönes Bild! Trotz aller Krisennachrichten fallen mir in diesen Tagen die blühenden Kirschbäume ins Auge. Sie ziehen meine Blicke irgendwie an und ich freue mich an ihrer Farbe und ihrer Helligkeit. Hier startet der Frühling, beginnt das Leben von Neuem. Der Kabarettist H. D. Hüsch sieht in seiner Dichtung genau dort Einen sitzen, den wir oft vielweiter entfernt vermuten:

     

    „Gott sitzt in einem Kirschbaum und ruft die Jahreszeiten aus /

     Er träumt mit uns den alten Traum Vom großen Menschenhaus /

    Wir sind die Kinder, die er liebt /

    Mit denen er von Ewigkeit zu Ewigkeit das Leben und das Sterben übt.“

    Hans Dieter Hüsch

    Ist Gott uns wirklich noch nah? – So viele Berichte von Leid und Not in der Welt und leider auch in unserer Nachbarschaft. Wir können sie nicht überhören, uns nicht wegducken vor ihnen. Aber was setzen wir dieser Not entgegen? Es wird Zeit, etwas von der Hoffnung Gottes zu hören. Eine Hoffnung, die allem Leid trotzt.

    Der blühende Kirschbaum ist eine gute Kanzel für Gottes Hoffnungsbotschaft: „Ihr seid von Gott geliebt…“, wie es im Kolosser 3,12 heißt und weiter „Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Milde, Geduld!“

    Am liebsten möchte ich unter dem Kirschbaum stehenbleiben, mich hinsetzen. Einen Augenblick anhalten und mir von Gott zusprechen lassen: „Schön, dass du da bist!“

    Möchte mich ein bisschen mit diesem Segen des blühenden Kirschbaums bekleiden lassen.  Etwas von seiner Hoffnung, seiner Liebe, seinen Träumen gerade jetzt in dieser Zeit in die Welt mit austragen. Möchte eine Geduld haben, die in Ewigkeiten denkt und die dem Leben und Sterben wieder Leben folgen lässt. Ebenso wie der blühende Kirschbaum im Frühjahr es mir vor Augen malt.

    Als Hoffnungsträger brauchen wir Orte, an denen wir geliebt werden. Gott schenkt uns seinen Segen. Gerade jetzt, wo wir uns nicht in der Kirche  und nicht miteinander treffen können, spüren wir diesen Segen vielleicht draußen in der blühenden Natur.

    Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Samstag!
    Ihr Pastor Ströh


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 03.04.2020

    Hamstern

    Eines der Begleiterscheinungen der gegenwärtigen Krise. Man hat das Gefühl, alle machen sich darüber lustig, aber keiner will’s gewesen sein. Die Wirklichkeit ist eine andere: Immer noch ist Klopapier Mangelware und oft vergriffen. Neulich musste ich meine ganze kleine pastorale Autorität einsetzen, um für den Pfadfinder-Hilfsdienst 4 Pakete Klopapier zu ergattern, denn die Bestände waren rationiert und bei einer Packung war eigentlich Schluss. Aber wir brauchten diesen Vorrat, weil wir unsere Bestellungen für die alten Leute vollständig ausführen wollten. Ich fühlte mich richtig schlecht, als ich mit diesen 4 Paketen den Laden verließ. Die Leute blickten dem asozialen Pastor hinterher…

    Man kann das ja nicht vernünftig erklären, das Hamstern. Es steckt Angst dahinter und Angst ist ja meistens irrational. Es ist ein sich schleichend ausbreitendes Lebensgefühl, welches irgendwann die Stimmung und schließlich auch die Handlungsweisen verändert. „Ich muss in dieser Krise etwas tun – ich lege Vorräte an!“

    Angst ist das Stichwort. Angst vor der Zukunft: Schaffen wir das? In unseren Familien, im Dorf, im Land? Schaffen das die Ärzte und Pfleger, haben wir genug Intensivbetten? Wie soll es nur weitergehen mit der Wirtschaft? Corona überlebt und danach arbeitslos ist auch keine Lösung.

    Vieles, was sich in diesen Tagen als Vorsicht und Verantwortung ausgibt, ist von Angst motiviert. Ich möchte mich gerne an Jesus halten. Jesus ruft uns zu:

    In der Welt habt ihr Angst; aber verliert nicht den Mut: Ich habe die Welt besiegt!
    Joh 16,33

    Pastor Frank Boysen


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 02.04.2020

    „Das Erste und Wichtigste, wozu ich die Gemeinde aufrufe, ist das Gebet, und zwar für alle Menschen. Bringt Bitten und Fürbitten und Dank für sie alle vor Ort!“ (I. Timotheus 2, Vers 1)

    Seit Jahren schon trifft sich in unserer Kirchengemeinde der Bibelgesprächskreis. Regelmäßig treffen sich etwa 15 Personen für eine Stunde und lesen in Abschnitten in der Bibel. Wir lesen den jeweiligen Bibeltext, ordnen ihn ein, deuten ihn – und fragen uns natürlich: Was bedeutet das denn für uns heute? Was heißt das für mein Leben? Die Bibel als Lebens-Buch für jeden und jede von uns. In den letzten Wochen haben wir einige Briefe der Apostel aus dem Neuen Testament gelesen und besprochen. Wir haben wahrgenommen, wie wichtig das Gebet füreinander ist, z. B. in dem Bibelvers oben.

    Am gestrigen Sonntag bei uns in der St. Jürgen-Kirche in Gettorf: Wir dürfen keinen Gottesdienst feiern, aber die Glocken läuten. Eine sehr kleine Gruppe von Menschen – weit auseinander. Wir zünden die Osterkerze an, singen ein Gesangbuchlied, lesen einen Bibeltext und beten und gehen wieder. Anschließend fahre ich nach Schinkel zur Kirche „Zum Guten Hirten“. Auch dort läute ich für 10 Minuten die Glocke, zünde die Osterkerze an und halte inne. Ich halte Gott hin, was mich beschäftigt und bete für mich und für andere.

    Vorgestern sagt eine Frau beim Einkaufen zu mir: „Na, Herr Pastor. Jetzt sind auch die Kirchen zu. Dann sind Sie ja jetzt arbeitslos. Was machen Sie denn den ganzen Tag für ihr Geld?“ Ich bin etwas verwirrt, schaue sie an und sage: „Es geht schon, danke, ich bete für Sie!“ Na dann…

     Bleiben Sie behütet!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 01.04.2020

    Jesus in Quarantäne

    Wussten Sie das die Quarantäne einen Ursprung in der Bibel hat? Der Wortbedeutung her kommt es vom lateinischen Wort quadraginta. Das steht für 40 und meint 40 Tage und 40 Nächte. 

    Ein Schiff, das in Verdacht stand, die Pest an Bord zu haben, erhielt im alten Venedig eine vierzigtägige Reisesperre. Quasi eine Abschottung zur Reinigung.

    Auch im alten Israel im 3. Buch Mose gibt es eine Reinigungszeit. Frauen, die ein Kind geboren hatten, sollten 40 Tage bis zum Ende ihrer Reinigungszeit den Tempel nicht betreten. Eine Angst vor Unreinheit durch Blut steht hier im Hintergrund und gleichzeitig wirkt diese Zeit wie eine frühe Form des Mutterschutzes.

    Schutz und Abgeschiedenheit gehen manchmal einher. Wer viel zu Hause sein muss, empfindet diesen Schutz oft mehr als eine Einschränkung anstelle eines Schutzes. Vielleicht geht Ihnen das auch so in unserer Zeit: Weniger Familie sehen, keine Freunde treffen und Ausgangsbeschränkungen beachten müssen.

    Der Schutz muss sein! Die Abgeschiedenheit kann aber gemindert werden. Als Kirchengemeinde haben wir ein Sorgentelefon in Gettorf eingerichtet. Nehmen Sie es in Anspruch, wenn sie jemanden zum Reden brauchen, ein offenes Ohr, dem Sie erzählen können, wie es Ihnen geht. Das dürfen auch scheinbar belanglose Angelegenheiten sein. Verbunden sein in der Abgeschiedenheit – das ist möglich! 

    Auch Jesus war in Quarantäne! 40 Tage und 40 Nächte war Jesus in der Wüste und wurde versucht. Irgendwie tröstlich, dass selbst Jesus diese Abgeschiedenheit als schwere Prüfung erlebt hat. Der Teufel wollte Jesus dazu bringen, einfach Alles aufzugeben: seine Werte, seinen Glauben, sich selbst! 

    Aber er bliebt standhaft: Denn er wusste, was er nicht aufgeben wollte: Die Verbundenheit mit Gott, seinem Vater im Himmel!

    Die Abgeschiedenheit, die Quarantäne endet auch wieder! Gott bleibt uns verbunden auch in dieser Zeit und wir als Kirchengemeinde wollen es auch mit Ihnen sein – anders als sonst, aber nicht weniger bedeutsam!

    Gottes Segen für Sie!
    Ihr Björn Ströh


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 31.03.2020

    Foto: F. Boysen – Pfadfinder sammlen Lebensmittel für die Gettorfer Tafel

    „In der Krise zeigt sich der Charakter“

    … hat Helmut Schmidt gesagt. An diesen Ausspruch wird in diesen Tagen häufig erinnert. Und es ist ja wahr: So richtig lernen wir Menschen erst richtig kennen, wenn wir sie in einer Belastungssituation erleben. Wenn alles so vor sich hin plätschert, sind alle irgendwie mehr oder weniger nett. Aber wenn der Pegel steigt, wenn der Druck zunimmt, wenn die Einschläge näher kommen, wenn die Krise sich zuspitzt – dann kennen wir manchmal unsere besten Freunde nicht wieder.

    Es gibt beides. Eine Supermarktkassiererin berichtet: „Die Leute, die vorher nett waren, sind jetzt besonders nett. Und die vorher unfreundlich waren, sind es jetzt noch mehr.“ Aber es gibt auch die Beobachtung, dass Menschen sich ganz verändern. Also: Vorher freundlich, jetzt dünnhäutig. Vorher gelassen, jetzt gereizt. Vorher humorvoll, jetzt völlig spaßbefreit.

    Unsere jungen Pfadfinder erleben das, wenn sie Lebensmittel für die „Gettorfer Tafel“ sammeln. Da sind ganz viele, die positiv und besonders freundlich sind. „Gute Sache, toller Einsatz.“ Aber da sind auch diejenigen, denen man schon beim Reinkommen ansieht, dass sie angespannt sind. „Zu geringe Abstände!“, „jetzt sollen wir auch noch für die Asylanten spenden“ – das sind dann so die Kommentare, die dann kommen.

    Die Krise verändert unseren Umgang miteinander. Das ist manchmal ernüchternd, im Großen und Ganzen aber auch ganz aufschlussreich. Es gibt Menschen, die haben jetzt Angst und reagieren verkrampft. Aber es gibt auch Menschen, die gehen mit den Veränderungen und ihren Sorgen produktiv um und nehmen die Menschen in ihrer Umgebung noch einmal mit neuen Augen wahr. So steckt in jeder Krise eine Chance…

    Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und Besonnenheit. 2. Tim 1,7

    Pastor Frank Boysen


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 30.03.2020

    Foto: D. Schulz – aus „DIE ZEIT“

    „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“
    (Matthäus 5, 7)

    Was für traurige Nachrichten in diesen Tagen! Ich lese in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ (Ausgabe vom 26.3.2020) die Namen von 30 katholischen Priestern. Sie sind in Norditalien am Coronavirus gestorben, weil sie trotz Lebensgefahr bei den Infizierten blieben: Sie haben bei Sterbenden im Krankenhaus den Kontakt zu den Angehörigen draußen gehalten; sie haben sich auf der Straße weiter um die Obdachlosen gekümmert. Oder sie haben Essen gebracht zu Armen und Kranken, die zu Hause auf Hilfe angewiesen waren. Der älteste der gestorbenen Priester war 104 – der jüngste 45 Jahre alt, so steht es in dem Artikel. Ich denke beim Lesen an das Wort Jesu aus der Bergpredigt: „Selig sind die Barmherzigen…“

    In der „TAGESSCHAU“ die Bilder von den Ärztinnen und Pflegern in den völlig überlasteten Kliniken: Sie wollen Leben retten – und sie können es nicht schaffen! Und keiner kann wissen, was noch kommen wird.

    Am gestrigen Sonntag bei uns in der St. Jürgen-Kirche: Wir dürfen keinen Gottesdienst feiern, aber die Glocken läuten. Eine sehr kleine Gruppe von Menschen – weit auseinander. Wir zünden die Osterkerze an, singen ein Gesangbuchlied, lesen einen Bibeltext und beten. Auch das Gebet, das jemand auf leuchtend gelbes Papier kopiert hat, damit es jeder nehmen, kann, der in der offenen Kirche einkehrt:

    Herr, mein Gott.

    Das ist das Ganze, das Vollkommene, das Heilende.
    Die leiblichen Augen schließen, die Augen des Herzens öffnen
    und eintauchen in Deine Gegenwart.

    Ich hole mich aus aller Zerstreutheit zusammen und vertraue mich Dir an.
    Ich lege mich in Dich hinein wie in eine große Hand.

    Ich brauche nicht zu reden, damit Du mich hörst.
    Ich brauche nicht aufzuzählen, was mir fehlt,
    oder Dir zu sagen, was in dieser Welt geschieht
    und wozu wir Deine Hilfe brauchen.

    In Dir sein, Gott, das ist alles, was ich mir erbitte.
    Damit habe ich alles erbeten, was ich brauche für Zeit und Ewigkeit.

    (Jörg Zink)

    Bleiben Sie behütet!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 29.03.2020

    „Kraft in schweren Zeiten!“ – Musik erreicht das Herz

    Musik erreicht das Herz. Das habe ich im vergangenen Herbst bei einem Kirchenkonzert neu erfahren. Martin Pepper ist ein christlicher Sing & Songwriter. Er hat eine Botschaft. Und die singt er! Eigentlich nicht seine, sondern er singt die „Gute Botschaft“, die Gott uns durch die Bibel schenkt. „Diese Botschaft ist eine Kraft“, so sagt es Paulus im Römerbrief 1,16.

    Aber wie finden wir Zugang zu ihr? Ist es ein künstlerischer Akt? Ein Einüben einer Meditation? Eine gedankliche Anstrengung?

    Zuallererst eine Herzensbewegung! Eine Hinwendung! Ein Anruf bei Gott!

    Hier bin ich, so wie ich bin! So wie es mir gerade geht! So will Gott uns begegnen, uns Kraft schenken durch den Glauben an Jesus Christus.

    Bei Martin Peppers Lied „Kraft in schweren Zeiten“ klingt das so:

    Wenn der Weg zu unseren Zielen uns an unsere Grenzen führt,

    und der Druck auf unserer Seele an die letzten Kräfte rührt.

    Wenn die Lasten größer werden, uns die Sorge schwer bedrängt,

    sehen wir nur noch die Beschwerden, nicht die Kraft, die aus dem Glauben kommt.

    Hier ist was mich tröstet, das, was meine Seele trägt

    Hier ist, was mir Mut macht, mich beflügelt.

    Das ist meine Kraft in schweren Zeiten, 

    es gibt mir Geborgenheit im Sturm. 

    Die Hoffnung, die mich trägt, ist das Licht, das in mir lebt: 

    Jesus Christus. 

    Kommt her zu ihm, ihr Müden, die ihr schwer beladen seid,

    wir sind alle eingeladen, er steht für uns bereit

    mit ausgestreckten Armen, in seiner Auferstehungskraft.

    Aus Liebe und Erbarmen hat ihn Gott für uns zum Heil gemacht.

    Hier ist was mich tröstet, das, was meine Seele trägt

    Hier ist, was mir Mut macht, mich beflügelt.

    Meine Seele ist bei dir in guten Händen, 

    mein Zuhause ist in deiner Gegenwart. 

    Sie ist Trost in meinem Tal, Licht in meiner Nacht, 

    Hoffnung, die mich heilt. 

    Kraft in schweren Zeiten, Geborgenheit im Sturm 

    Hoffnung, die mich trägt, Licht, das in mir lebt: Jesus Christus.“ 

    Text & Musik: Martin Pepper
    (https://martinpepper.de/kraft-in-schweren-zeiten/)

    Hier ist der Link zu seinen Video
    https://youtu.be/ltQqfxENMgg

     

    Gottes Segen wünsche ich Ihnen!
    Ihr Pastor Ströh

     


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 28.03.2020

    Kleinlaut werden.

    Mit was für einer Haltung begegne ich dieser Krise?

    Spät, aber ruhig und überlegt trat unsere Bundeskanzlerin vor die Kameras. Nachdem Amerika das Problem zunächst unterschätzt hatte, hören wir von dort Kriegsrhetorik. Genauso wie aus Frankreich. Wir befinden uns anscheinend im Krieg gegen einen unsichtbaren, heimtückischen und übermächtigen Feind.

    Da loben wir uns die Sachlichkeit und auch die Empathie, die wir von vielen deutschen Fachleuten und Politikern hören. Kriegsrhetorik lenkt doch nur ab, es geht doch um ganz andere Dinge. Obwohl: So etwas ähnliches wie Krieg ist jetzt bereits ausgebrochen.

    Seit einigen Tagen sind die Triage-Regeln der deutschen Ärzte bekannt. Was ist Triage? Der Begriff kommt aus dem Französischen, bedeutet „Auswahl“ und entstammt dem militärischen Sanitätswesen und der Katastrophenmedizin. Wenn die medizinischen, personellen und technischen Kapazitäten nicht für alle reichen, muss eine Entscheidung getroffen werden. Die Patienten mit den besseren Überlebenschancen werden versorgt, die anderen werden dem Tode preisgegeben, bestenfalls palliativ versorgt. Wir hören grauenvolle Berichte aus Spanien und Italien.

    Was für eine Not! Für die Sterbenden, für die Angehörigen, für die Mediziner und Pfleger, für die Entscheider! Was für eine große, große Not!

    Ich werde kleinlaut. Womit habe ich es verdient, in einem Land mit funktionierenden Gesundheitssystem zu leben? Womit habe ich es verdient, dass ich keine Entscheidung zwischen Leben und Tod treffen muss? Womit habe ich es verdient, dass ich morgen „Kindergeburtstag“ in meinen Kalender eintragen konnte?

    Lieber Gott, ich danke dir für mein wunderschönes Leben. Ich danke dir, dass ich noch nicht überfordert bin, dass ich nicht schwer erkrankt bin, dass ich meine Lieben in Sicherheit weiß. Lieber Gott, wir lernen Demut in diesen Zeiten. Demut und Gehorsam. Erhalte uns die Demut auch, wenn es irgendwann wieder aufwärts geht. Befreie uns von Besserwisserei und Geltungsdrang. Wir sind kleinlaut geworden. Und das wurde auch Zeit.

    Amen.


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 27.03.2020

    „Rise! Take Your Mat and Walk”
    (Bild: Nonhlanhla Mathe)

    „Steh auf – und geh!“

    Im Evangelium nach Johannes (Kapitel 5) wird berichtet, wie Jesus einen Mann heilt, von dem es heißt: „Er lag 38 Jahre krank“. Wahrscheinlich war dieser Mann gelähmt – konnte nicht laufen, entmutigt von der Last und den Schmerzen seit Jahren. Jesus geht zu ihm, sieht ihn an, spricht ihn an: „Steh auf, nimm dein Bett (Matte) und geh!“

    Seit einigen Tagen hat sich bei uns in Deutschland das privaten und öffentliche Leben völlig verändert. Die schnelle Ausbreitung des Virus soll verhindert werden: Alle müssen mithelfen – Abstand halten! Auch Gottesdienste dürfen nicht gefeiert werden. Allerdings: Wenige Tage, bevor alle diese strikten Verbote erlassen wurden, haben wir am Freitag, den 6. März 2020 den diesjährigen „Weltgebetstags-Gottesdienst“ (noch) feiern können! Im festlich geschmückten Gemeindehaus in Gettorf – nach der Gottesdienstordnung, die für alle Gottesdienste auf der ganzen Welt an diesem Tag von Frauen aus Simbabwe im Süden Afrikas ausgearbeitet worden war: Wir haben fröhlich gesungen, viel gelernt über den Alltag der Frauen dort, mit Hoffnung und Mut gebetet, leckere Speisen nach Rezepten aus Simbabwe zusammen gegessen: „Steh auf und geh!“ hat uns selbst auf die Beine gebracht und in Gebet und Fürbitte mit allen Christinnen und Christen weltweit am Weltgebetstag verbunden.

    Bei aller Unsicherheit und bei allen Einschränkungen, die auch bei uns jetzt gelten: In meinem Kopf und in meinem Herzen sind auch die Menschen, die unter einfachen und gefährlichen Bedingungen leben müssen – und jetzt von dem Virus bedroht sind: Sie können sich nicht schützen! Kein sauberes Wasser, kein Platz, keine Seife, keine Desinfektionsmittel, keine Medikamente, keine Krankenhäuser…

    Ja, „die Welt nimmt schlimmen Lauf“ – wie es in einem Gesangbuchlied heißt – das ist so, Gott sei es geklagt! Und dennoch gilt weiter Jesu Zusage: „Steh auf – und geh!“ Habe Mut und tue das, was Du jetzt tun kannst, für Dich und für andere Menschen. Ja, auch beten: „Vater unser im Himmel…“  

    Gott befohlen!
    Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz 


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 26.03.2020

    Geduldig sein!

    Spielplätze gesperrt, Schule geschlossen, KiTa im Notbetrieb. Da kann den Kindern ganz schön langweilig werden. Warum dürfen wir uns nicht mit unseren Freunden verabreden? Warum können wir nicht Schwimmen gehen?

    Die Kinder zeigen uns die Ungeduld, die wir Erwachsenen auch in uns tragen, wenn wir auf Dinge warten müssen, die wir so sehr vermissen und sehnlichst erwarten.

    Endlich wieder ohne Angst Einkaufen gehen. Sich mit Freunden treffen. Die Kreise und Gruppen wieder stattfinden lassen. Gemeinschaft erleben!

    Als christliche Gemeinde geht uns das nicht anders. Wenn doch diese Zeit des Wartens bald vorbei wäre! Wie lange wird es noch dauern? Werden noch mehr Veranstaltungen und Gottesdienste, wie Taufen, Hochzeiten, Jubiläen ausfallen müssen? – Vielleicht. Gut möglich!

    „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet“ (Römerbrief 12, 12)

    Verliert nicht die Hoffnung! Die Zeiten werden sich wieder ändern. Gott stärkt uns den Rücken. Trübsal gehört zum Leben dazu. Aber wir lassen uns nicht beherrschen. Geduld ist unsere Antwort – klug und unverkrampft. Das Gebet hilft uns Geduld zu üben. Dreimal täglich läuten die Glocken von St. Jürgen. Sie laden uns ein, unsere Ungeduld vor Gott zu bringen und um seinen Frieden zu bitten. Beharrlich – aber unverkrampft! So wie die Bitten meiner Kinder: „Papa, wenn du nicht mit uns Schwimmen gehst, spielst du dann mit uns was anderes Schönes!?“

    Wünsche Ihnen Gottes Segen und viel Geduld an diesem Tag!

    Ihr Björn Ströh


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Frank Boysen – 25.03.2020

    Pastor Frank BoysenDas Leben neu denken!

    Jede Krise hat ihre Chance. Natürlich, ganz schwierig wird das für die Wirtschaft, für unser Gemeinwesen, für bedrohte Existenzen. Und ganz schlimm, für die Kranken. – Und dennoch: Wir fragen uns alle, was wirklich zählt, was das Leben ausmacht, was der Sinn und das Ziel des Lebens ist. Wir sehen unsere Arbeit und Aufgaben mit neuen Augen, auch unsere Familien und unsere Freunde. Es geht irgendwie nicht mehr so weiter wie bisher, sondern alles ist verändert.

    Und wir Kirchenleute fragen uns: Wie können wir den Menschen in dieser Situation nahe kommen? Wie können wir Gott dienen ohne Gottes-Dienst zu feiern? Was ist das Gebot der Stunde? „What would Jesus do?“.

    Neue Ideen sind gefragt! Die Pfadfinder machen einen Hilfsdienst, Video-Übertragungen aus unserer Kirche werden vorbereitet, ein Sorgen-Telefondienst geht heute an den Start, Posaunen und andere Instrumente schmettern Abendlieder durch die leeren Gassen des Ortes und viele von uns machen das erste Mal Telefonkonferenzen, Videokonferenzen…

    Und während ich meine Gedanken bei Aufschreiben dieses Textes sammle, kommt der Anruf. Ganz traurig, ganz schwierig, alte Leute, positiv getestet, sehr allein und auf Unterstützung in jeder Weise angewiesen. Ich laufe zu Arzt und Apotheker.

    Was zählt? Das wir jetzt füreinander da sind. Sofort, wenn es sein muss. Und auch treu: Tag für Tag. Und dass wir füreinander beten. Und dass wir uns die Not der Schwächsten zu Herzen nehmen und ihre Tränen mitweinen.

    Gott, unser himmlischer Vater, schenke uns Liebe! Amen.


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Dirk Schulz – 24.03.2020

    Ein Lied der Hoffnung

    Evangelisches Gesangbuch, Nummer 440:

    „All Morgen ist ganz frisch und neu //

    des Herren Gnad und große Treu; //

    sie hat kein End den langen Tag, //

    drauf jeder sich verlassen mag.“

    Herr Kleingünter hieß er – dieser Name ist fest in meinem Kopf verankert. Herr Kleingünter war ein etwa 90 Jahre alter Mann im Altenheim in Otjiwarongo. Otjiwarongo ist ein kleiner Ort im Norden von Namibia – damals Südwestafrika. Dort habe ich 4 Jahre meiner Kindheit verbracht – in den 1970iger Jahren.

    Fast jeden Abend saß Herr Kleingünter bei Sonnenuntergang auf der kleinen Veranda vor seinem Häuschen im Altenheim und sang laut über das ganze Gelände: Viele der Bewohnerinnen und Bewohner hörten so täglich von ihm Volkslieder und Gesangbuchlieder. Seine Stimme war kräftig – und er sang aus voller Kehle. Manchmal gab es kleine Unterbrechungen, weil er einzelne Wörter in seinem Kopf suchen musste – er wollte immer aus dem Gedächtnis singen. Nur im Notfall griff er zum Liederbuch.

    Diesem alten frommen und sangesfrohen Mann verdanke ich einen Schatz von christlichen alten Liedern und Volksweisen, die sich mir fest eingeprägt haben. Mit ihnen lebe ich seit Jahrzehnten.

    Vermutlich geht es der einen oder dem anderen von Ihnen / Euch ähnlich: Irgendwann hat da jemand einen Schatz an gesungenem christlichen Glauben an Sie / Euch weiter gegeben. Das ist Kirche seit den Tagen der Apostel und der ersten Gemeinden: Eine Erzählgemeinschaft des Glaubens in Texten, Liedern und Gebeten! Auch wenn die Kirchengebäude zu sein müssen.

    In diesen unsicheren Tagen, in denen sich das Leben jeden Tag einengt, ist der alte singende Mann aus Afrika mir ganz deutlich vor Augen. Jetzt singen und beten wir für andere Menschen das Lied der christlichen Hoffnung weiter: Für uns als Gemeinde vor Ort – und für die ganze Welt.

    Gott befohlen! Ihr / Euer Pastor Dirk Schulz

     


    Gottes Wort für jeden Tag – Pastor Björn Ströh – 23.03.2020

    Bibel Johannes Ev. 6,33-35

    Denn dies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit solches Brot. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

    Gut versorgt?!

    Die Einkaufsregale sind mitunter leergefegt. Kein Toilettenpapier, kein Brot, kein Mehl mehr. Kein Grund zur Verzweiflung. Es wird nachgefüllt. Wenn nicht heute, dann morgen. Dennoch. Die Sorge nicht versorgt zu sein, nicht genug zu haben, verunsichert viele von uns.

    „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ den Satz kennen wir vom Anfang her. Aber er geht so weiter, „sondern von einem jeden Wort, das aus dem Munde Gotte geht“ (5 Mose, 8,3). Es gibt einen Hunger, einen Durst jenseits unserer körperlichen Bedürfnisse. Etwas, dass durch Vorräte und Konserven nicht gestillt werden kann.

    Schön, dass aus unserer Gemeinde hier in Gettorf der Wunsch an uns Pastoren herangetragen wurde: Macht die „gute Botschaft“ sichtbar und hörbar. Gerade jetzt, wo wir uns nicht mehr gewohnt versammeln können.

    Daher soll es nun regelmäßig hier ein Wort für den Tag geben, dass stärkt, Mut macht und zum Nachdenken anregen soll. Ein Brot für die Seele!

    Die Jünger fragen also nach dem, was durch die Krise trägt: „Herr, gib uns allezeit dieses Brot“. Eine Versorgung, die auch in den Notzeiten zur Verfügung steht. Eine Orientierung, eine Hilfe im Leben, die greift, wenn meine eigenen Sicherheiten ins Wanken kommen. Jesus gibt seinen Jünger zu verstehen: Ich bin das Brot des Lebens. Ich selbst bin für euch da! Wie der Hirte für seine Schafe. Wie der Samariter für den unter die Räuber Gefallenen. Wie der Sturmstiller in Seenot. Ich, Jesus Christus, versorge euch! Wer mir vertraut, der wird nie mehr ganz alleine sein!

    Als Kirchengemeinde Gettorf wollen wir dieses Versprechen Jesu mit unseren Mitteln unterstützen und erfahrbar machen: Für Sie da sein. Helfen beim Einkaufen, Kontakt anbieten, wo Sie sich einsam fühlen. Verbindungen schaffen, obwohl wir uns nicht wie gewohnt treffen können. Wollen ein Stück dieser Fürsorge Jesu praktisch umsetzen. Seine Nähe weitergeben. Machen Sie gerne davon Gebrauch.

    Gottes Segen wünsche ich Ihnen!

    Ihr Pastor Ströh